Kalender, Kalender, Kalender

Ich liebe Kalender: Ich habe viele Kalender und bekomme auch immer gerne Kalender geschenkt.

Es sind für mich Geschenke von hohem (Nutz-)Wert.

Ich brauchen einen, in dem ich die wichtigen Termine (private und berufliche) notieren kann, sozusagen: mein ständiger Begleiter.

In der Küche habe ich einen Sprüchekalender, von dem ich jeden Morgen ein Blatt abreiße. Die Sprüche/Zitate lassen mich manchmal schmunzeln oder lachen, manchmal sind sie zum Innehalten, Nachdenken, etwas, was man anderen als Denkanstoß auf das Frühstücksbrett legen, bei nächster Gelegenheit loswerden oder sich selbst in Sichtweite an die Wand heften kann als Lichtblick, Mahnung:z.B. „Verzweiflung ist auch Mangel an Dankbarkeit“ (Hans Kudszus).

Früher habe ich jedes Jahr einen Fotokalender mit Bildern meiner drei Jungen geschenkt bekommen, es war ein Rückblick auf Ereignisse des Vorjahres – nette Episoden, Erinnerungen etc. – eine Art Fotoalbum in Form eines Kalenders. Ich habe mich immer darauf und darüber gefreut.
Jetzt tritt eines dieser Kinder die Nachfolge an. Ich hoffe, dass es zur Tradition wird. Zu Weihnachten gab es den dritten in Folge. Das Schöne daran ist: Der Sohn fotografiert ähnlich wie ich früher – etwas, was ich sehr gerne gemacht, aber immer wieder vernachlässigt habe.

Dann gibt es noch einen Postkartenkalender, den man sinnigerweise während des Jahres nach und nach auf Reisen schicken kann, ein Geschenk, das zwei meiner Leidenschaften vereint oder gar drei: das Sammeln von Postkarten, meine Liebe zu Kalendern und zu Sprüchen und Gedichten.

Diese Liebe wird immer wieder von einem Freund unterstützt, der mir Literatur- oder Gedichtekalender im Wechsel schenkt. Da gibt es bekannte und unbekannte Gedichte zu entdecken – das ganze Jahr über. Und was passiert mit den Kalenderblättern? Auch sie gehen oftmals als Briefpapier auf Reisen! Manchmal finden sie auf diese Art den Weg zurück oder gelangen in andere Hände.

Aber es gibt dann „notwendigerweise“ auch noch einen Kunstkalender, der hängt im Wohnzimmer und muss einen nicht so dekorativen Schaltkasten verdecken, d.h. er muss schon eine bestimmte Größe haben und „dekorativ“ sein, den schenke ich mir meist selbst. Da gehe ich in Ruhe los und suche, was mir gefällt, meist jedes Jahr etwas anderes.

Ja, und was passiert mir den Blättern, wenn das Jahr zu Ende ist?

Als die Kinder klein waren, war es herrliches Papier zum Malen. Jedes Kind bekam entweder die Blätter nach und nach oder, als sie etwas älter waren, einen kompletten Kalender. Der wurde einfach umgedreht und sie machten sich ihren eigenen Kalender! Dass er kein Kalendarium hatte, machte nichts. Dafür hingen ja immer genug herum. Später wurden sie als Malunterlagen zunehmend unwichtig, aber ich entdeckte sie als Einschlagpapier für Geschenke. Geht wunderbar! Entweder passend zum Geschenk oder zum Beschenkten oder einfach als festes, dekoratives Einschlagpapier, das fast immer Aufmerksamkeit erregt – außer bei den Personen, die Geschenkpapier nur zum Aufreißen toll finden.

Ach ja, der Kalender auf dem „stillen Örtchen“ ist – das fällt mir gerade ein – bei einem der vielen Umzüge abhanden gekommen. Es war ein Geburtstagskalender mit einem Blatt für jeden Monat. Dort hatte ich immer Zeit zu studieren, an welchen Geburtstag ich denken musste bzw. wollte. Ja, der ist nicht wieder aufgetaucht. Den muss ich suchen: Es gibt noch eine nicht ausgeräumte Kiste. Wenn nicht: Vielleicht bekomme ich ihn geschenkt, wenn ich den nächsten Geburtstag vergesse!!!

Doch am letzten Tag im Jahr, wenn (fast) alle Kalender ihre Gültigkeit verlieren, die neuen aufgehängt werden dürfen, dann hat mein ältester Sohn Geburtstag: Er ist ein Silvesterkind, der Fotograf meiner Fotokalender – vielleicht auch ein Kalendersammler. Ich muss ihn morgen mal danach fragen.

So jetzt kennt ihr den Wert von Kalendern für mich: Erinnerung an Vergangenes, Zukünftiges, an Wichtiges, Schönes und weniger Schönes (Zaharzttermine…), Mal-, Geschenk- und ab und an auch Briefpapier. Deshalb freue ich mich immer auf das Jahresende: Die neuen Kalender werden aufgehängt, die „alten“ entfernt und sorgfältig verwahrt – für ihre zukünftigen Aufgaben, d.h. eigentlich gibt es keine „alten Kalender“ bei mir.

PS: Doch, nach jeweils zwei Jahren habe ich einen Kalender, den ich dann tatsächlich entsorgen muss: meinen Rollkalender vom Schreibtisch, auf dem ich jeden Tag ein kleines Kästchen eine Zahl weiterschieben muss, der mich einfach nur über Wochentag und Datum informiert und darüber, ob es Alltag oder Sonntag ist. Den hätte ich jetzt beinahe vergessen! Der erfüllt die eigentliche Funktion eines Kalenders! Vielleicht ist es deshalb auch nicht weiter verwertbar!

Datum: 30. Dezember 2006
Themengebiet: Allgemein Trackback: Trackback-URL
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