Carlo Ross, … aber Steine reden nicht

1938 zieht der zehnjährige David Rosen mit seiner Mutter Hanna in die “Stiege”, von den Bewohnern liebevoll bis ironisch auch “Himmelsleiter” genannt, eine Armeleutestraße in Hagen. Hier wohnen Menschen unterschiedlicher Gesinnung und Religionszugehörigkeit auf engstem Raum. Die Nazis und ihre Mitläufer werden immer zahlreicher, stärker, treten immer frecher, dreister und lauter auf. Die Reaktionen der im Buch beschriebenen Personen decken ein breites Spektrum der Möglichkeiten ab: wegsehen, denunzieren, offenes oder heimliches Helfen, aber auch von Widerstand unter Lebensgefahr ist die Rede. Die, die noch die Möglichkeit haben, auszuwandern tun dies. Die alte Frau Tichowitz schafft es trotz Ausreisegenehmigung nicht mehr. Sie wird auf der Himmelsleiter erschlagen – mit dem Pass in der Hand.

David und seine Mutter haben nur noch wenige Vertraute, selbst ihren Papagei müssen sie abgeben, da es Juden nicht mehr erlaubt ist, Tiere zu halten. Die Mutter von Erich, Daniels Freund, teilt David mit, dass und warum Erich nicht mehr mit David zusammensein darf:” ‘Sie haben bei der Reichsbahn von eurer Feundschaft Wind bekommen und der Ausbilder hat Erich gedroht, er schmeißt ihn raus … David, das musst du doch verstehen!’ ‘Schon verstanden! Hier scheint nun jeder nur noch Angst zu haben, aber den Mut, es mir selbst zu sagen, den Mut hätte Erich schon aufbringen können. Grüßen Sie ihn und sagen Sie ihm, ich jedenfalls bliebe sein Freund.’ ”

Das Buch endet mit dem Abtransport Davids und seiner Mutter, die mit vielen anderen Menschen auf der Ladefläche eines Lastwagens abtransportiert werden.

Im Anhang gibt es Worterklärungen, bei denen man allerdings erst nach einiger Zeit mitbekommt, dass sie chronologisch angeordnet sind, aber ohne Seitenangabe, da wäre eine alphabetische Anordnung sinnvoller. Einen Anhang über den geschichtlichen Hintergrund, etwa eine Zeittafel über Gesetze, Erlasse und Verordnungen gegen Juden, gibt es nicht, so dass heutige Jugendliche, die das Buch lesen, viele Ereignisse in ihrer Tragweite und Bedeutung nicht annähernd mehr verstehen können. Da müssten Erwachsene (er-)klärend zur Seite stehen. Aber ist das bei einem Jugendbuch sinnvoll?

Carlo Ross,…aber Steine reden nicht, dtv junior, München 12. Auflage 2006, 271S., 7,50 €, ISBN 3-423-78016-9

Datum: 16. Januar 2007
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6 Kommentare

  1. ich | Donnerstag, 20. Januar 2011 17:20
    1

    hallo ich find das buch ganz ok aber verwirrend und manchmal langweilig

  2. ich | Donnerstag, 20. Januar 2011 17:20
    2

    hahahahahaha

  3. sessepupser | Donnerstag, 20. Januar 2011 17:21
    3

    lol
    rofl
    xD
    :(
    :)
    ;)
    x)
    :D
    mehr fallen mir grad net ein

  4. monalisa | Donnerstag, 20. Januar 2011 19:21
    4

    Und was sagt mir/ uns das jetzt?

  5. Kuschelbanny | Sonntag, 3. März 2013 14:29
    5

    Ok aber viele wichtige Sachen in dem Buch wurden nicht genant

  6. mona lisa | Sonntag, 3. März 2013 15:26
    6

    Welche “wichtigen Sachen” fehlen denn?

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