Vorlesen statt Deuten
Vorlesen statt deuten das Mittel, um Kindern/Jugendlichen Spaß an Literatur vermitteln? In diesem Interview beklagt Klaus Wagenbach einmal mehr die Interpretationswut (im Deutschunterricht).
Dann habe ich ja einiges richtig gemacht, als ich meinen Kindern Abende lang vorgelesen habe. Wer mehr Spaß daran hatte, weiß ich nicht mehr.
Ich erinnere mich daran, dass ich es als Kind genossen habe, wenn mir mein Opa aus einer bebilderten Bibel vorgelesen hat. Da war es auch nicht weiter schlimm, dass das Schlafzimmer nur mäßig temperiert war (mein Opa war viel krank, aber nur dann hatte er Zeit, mir vorzulesen), wofür gab es Decken, in die man sich kuscheln konnte? Da gab es einen Bösewicht (den Namen habe ich vergessen), der mt seinen Haaren an einem Baum hängen geblieben ist, während sein Pferd weitergeritten ist. Mitleid und Abscheu, das habe ich gefühlt und darüber hinaus ein grenzenloses Wohlgefühl, einzutauchen in eine Geschichte mit einem liebsenwerten Menschen an seiner Seite.
