Kopfnoten – ja bitte!?

Ab kommendem Schuljahr wird es auf den Zeugnissen “Kopfnoten” geben. In der Hoffnung, dass manche Schüler sich dann eher an notwenige Vorgaben halten, befürworte ich “Kopfnoten”. Aus Hessen kenne ich die Kategorien: Arbeits- und Sozialverhalten. War aus meiner Sicht relativ unproblematisch – auch in der Handhabung.
Aber: Müssen es in NRW zukünftig gleich sechs (!!!!!!) Kopfnoten sein, zu der man eine Handreichungsempfehlung von 22 (!!) Seiten lesen muss?
Da hat’s einer besonders gut gemeint – nur mit wem?
Wahrscheinlich aber braucht man diese Empfehlungen, damit man die Kopfnoten unterscheiden kann: Leistungsbereitschaft, Zuverlässigkeit, Sorgfalt, Selbstständigkeit, Verantwortungsbereitschaft, Konfliktverhalten und Kooperationsfähigkeit.
Und bitte, wie soll man die Konfliktfähigkeit bei ausgesprochen ruhigen Schülern überhaupt feststellen und dann auch noch benoten? Ist ein ruhiger Schüler vielleicht nur ein Schüler mit geringer Kooperationsfähigkeit oder geringem Konfliktverhalten? Vielleicht ist er nur so ruhig, weil er unselbstständig ist und keine Verantwortung übernehmen will? Bitte, wie soll man diese Sozialkompetenzen bei Klassengrößen bis zu 33 Schülern ausmachen und dabei auch noch gerecht sein?
Hilfe!!!- ich werde Hilfe brauchen, doch bis dahin kann ich ja die Handlungsempfehlungen lesen – Lehrer haben ja sonst nichts zu tun.
Ach ja, und mit den Kopfnoten können dann auch noch -nach Wunsch- Engagements von Schülern außerhalb der Schule festgehalten werden.
Bitte, was hat Schule mit Engagements in Parteien, Kirchengruppen etc. zu tun? Die für ein Zeugnis notwendigen Bescheinigungen können ebensogut bei Bewerbungen mit eingereicht werden. Zeugnisse sollten bitte Dokumente über Leistungen in der Schule bleiben!

Datum: 7. Juni 2007
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3 Kommentare

  1. soeren onez | Donnerstag, 7. Juni 2007 11:23
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    Ich halte es für ein Unding, dass diser Scheiß wieder eingeführt wird. Das ist populistischer Blödsinn und wird nur noch eher diejenigen Schüler hervorbringen, die angepasst sind. Jegliches Anderssein wurde in meiner Schulzeit mit den Kopfnoten bestraft und zurechtgestutzt.
    Da sie mir sonst keine schlechten Noten reindrücken konnten, war es eben das Sozialverhalten, was mit 4 benotet wurde. Wunderbar. Aber wer wohl wird Zivilcourage besitzen, das Mäuschen in der vordersten Reihe mit der 1 in den Kopfnoten oder ich?
    Und du kannst mir auch nicht erzählen, dass es nicht genau so gehandhabt wird, auch wenn ihr ein Hunder Seiten Handbuch bekommen würdet. Es gibt den Lehrern ein weiteres Mittel an die Hand, ihre Unfähigkeit endlich in Noten ausdrücken zu können und sie haben wieder ein Druckmittel.
    Ich finde es einen Rückschritt sondergleichen diesen Mist wieder zu bekommen, aber eigentlich war von diesen Holzköpfen aus Münster nichts anderes zu erwarten.
    Ich könnte mich vielleicht aufregen.

  2. April | Samstag, 9. Juni 2007 12:34
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    Ach, da weiß ich ja noch gar nichts von. Wieder Mehrarbeit mit einem unguten Gefühl dahinter, weil es schwierig und fragwürdig ist, Schüler in diesem Bereich mit Noten zu beurteilen. Wir mussten in der letzten Zeit standardisierte Bemerkungen abgeben, jeder Fachlehrer und der Durchschnitt kam/kommt dann aufs Zeugnis.

  3. Barbara Sommer geht auf Kritiker zu | monalisablog | Freitag, 21. Dezember 2007 11:44
    3

    [...] Wäre es nicht vorher sinnvoller gewesen? Jeder in der Praxis betroffene Lehrer hätte vorher sagen können, dass sechs Kopfnoten unsinnig sind, wenn man Schüler sinnvoll und [...]

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