Richard Powers, Das Echo der Erinnerung

Nachdem ich Richard Powers Roman „Klang der Zeiten“ mit großem Interesse und viel Begeisterung gelesen und auch besprochen habe, war ich gespannt auf seinen Roman „Das Echo der Erinnerung“ , in dem es um Mark geht, der sich mit seinem Auto auf einer menschenleeren Landstraße überschlägt und gerade noch mit dem Leben davonkommt.
Die ersten Kapitel sind spannend. Was ist mit Mark passiert?
Schnell stellt sich heraus, dass nichts mehr ist wie vorher. Denn als Mark aus dem Koma erwacht, kann er sich an (fast) nichts mehr erinnern, erkennt seine Schwester nicht mehr, bzw. glaubt, dass die Frau, die seiner Schwester sehr ähnlich sieht, seine Schwester nur imitiert. Seine Schwester gibt für Mark alles auf, um ihm zu helfen. Genau das aber schafft sie nicht. Sie macht (scheinbar) alles nur noch schlimmer – nicht nur für sich, Mark und den als Koryphäe für Gehirnschädigungen herbeigeholten Gerald Weber sowie ihren Jugenfreund Daniel, der früher auch mit Mark befreudet gewesen ist.
Der Leser erfährt Interessantes über das menschliche Gehirn, seine Funktionsfähigkeit und Anfälligkeit und die damit verbundenen Auswirkungen. Als unbedarfter Laie staunt man, lernt viel über das menschliche Gehirn und ist teilweise froh darüber, dass man so verhältnismäßig „normal“ tickt. Gleichzeitig erfährt man aber auch, wie schnell und durch welche „Kleinigkeiten“ man, bzw. das menschliche Gehirn aus der Bahn geraten kann.
Und dennoch: Ich habe das Buch nicht als ein medizinisches Fachbuch, sondern als einen Roman gekauft. Ein medizinisches Fachbuch ist es sicher nicht, auch wenn man viel Wissenswertes erfährt. Doch ein interessanter Roman ist es ebenfalls nicht. Dazu ist die Handlung, die das Potential eines spannenden Romans, fast das „Zeug“ zu einem Krimi hätte, zu langatmig, zu blutleer, zu konstruiert. 533 Seiten zähfließende Handlung – nein danke, das muss nicht sein.

Richard Powers, Das Echo der Erinnerung, FFM 2006, 533 S. ISBN 13: 978-3-10-059022-0

Datum: 19. Juni 2007
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2 Kommentare

  1. April | Donnerstag, 21. Juni 2007 8:46
    1

    Auch wenn ich das Buch nicht lesen werde, deine Besprechung habe ich aber mit Genuss gelesen.

    Re: Ich habe <a href="https://www.blogger.com/com…">bei mir </a>geantwortet.
    Noch eine Ergänzung: Es ist tatsächlich so, dass man jetzt in den Ferien ganz intensiv leben muss, denn schon am Donnerstag vor Schulbeginn geht es ja wieder los. In den Tagen vorher sollen wir uns schlau machen, was es alles Neues an Kernlehrplänen etc. gibt und uns mit den neuen Kopfzensuren vertraut machen. Also: auch Lehrer bekommen Hausaufgaben :-(

  2. mona lisa | Donnerstag, 21. Juni 2007 22:58
    2

    Bei uns geht es bereits am Mittwoch los! Mit Nachprüfungen, Konferenzen, pädagogischen Tagen etc. Bin nur mal gespannt, welches Nachspiel die Nachprüfungen haben werden, denn einige Schüler sind zu dem Termin noch in Ferien, müsssen die nachprüfung also später machen. Doch was ist, wenn einer, der bereits am Mittwoch seine Arbeiten schreiben muss, durchfällt? Die anderen noch ein paar Tage mehr haben???? Die Juristen wird’s freuen.

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