Nesthäkchen und Kidnapper

Bin ich sprachlich ein typisches Kind der Ruhrgebiets?
Immer wieder stolpere ich über Begriffe, die ich auf irgendeine Art und Weise falsch “gespeichert” habe wie etwa die “Krümel“.
Dass man hier “Servie” sagt und nicht die französisch korrekte Aussprache gebraucht, obwohl man Französisch gelernt hat und natürlich weiß, wie es richtig ausgesprochen wird/ werden müsste, mag in den Ohren einiger Damen außerordentlich misslich klingen, ähnlich wie das Wort “Servierte” , die man hier benutzt, um sich den Mund abzuputzen, nein natürlich abzutupfen. Das sind Damen, die als es als vornehm ansehen, beim Trinken einen Finger abzuspreizen. – Schon als Kind fand ich das in höchstem Maße affektiert wie auch ihre Art, den Mund beim Sprechen zu formen und zu bewegen.
Bis vor einiger Zeit waren Leute, die Kinder/Menschen entführten für mich “Kindnapper”. Was denn sonst? Denn schließlich entführten sie Kinder, oder? Ob mir als Kind mal jemand damit gedroht hat? Keine Ahnung.
Das jüngste Kind einer Familie war für mich immer das “Nestäkchen” und nicht das “Nesthäkchen” – wieso eigentlich “Nest-häkchen”? Hat das Jüngste einen Haken, mit dem es sich festkrallt oder wird es (von Mama?) festgehakt? Und wo sitzt das Häkchen?
Ja, Sprache und ihre Besonderheiten, ihre Lebendigkeit. Ich mag sie.

Datum: 30. August 2007
Themengebiet: Aufgeschnappt Trackback: Trackback-URL
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