Männer als Grundschullehrer

Das Schulministerium in NRW will nun gezielt für mehr Lehrer werben, damit Jungen nicht nur mit weiblichen Bezugspersonen zu tun haben, sondern durch männliche Lehrer gefördert werden. Schon vor mehr als zwanzig Jahren haben meine drei Jungen fast ausschließlich weibliche Bezugspersonen gehabt. So neu ist das Problem nun also nicht.
„Das Ansehen des Grundschullehrerberufs müsse angehoben werden, um ihn für Männer attraktiver zu machen.“ Diesen Satz der Schulministerin Sommer konnte man heute Morgen in der Zeitung lesen.
Da kommt mir ja die Galle hoch, wenn ich das lese.
Ist eine Aufwertung nur notwendig, damit mehr männliche Lehrer in die (Grund-)Schulen gehen und dort unterrichten wollen? Für Lehrerinnen ist dies nicht notwendig?!!
Vielleicht sollte man für das Ansehen von Lehrern und ihrer (Erziehungs-)Arbeit in der Öffentlichkeit insgesamt mehr tun. Denn eins ist sicher: Das Problem, was Frau Sommer da anspricht ist nicht nur ein Problem der Grundschulen.
Auch an Gymnasien findet man kaum geeignete Lehrer, die an die Schule kommen wollen. Warum sollten sie denn auch? Immer weniger Bezüge für immer mehr Aufgaben, immer größere Klassen, mit immer weniger fähigen und lernwilligen Schülern, wenig Möglichkeiten, Schülern die Konsequenzen ihrer Vehaltensweisen durch Sanktionen spüren zu lassen, vor allem : wenig Aufstiegschanchen. Welcher Mann ist schon derart leidensfähig und/ oder an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen interessiert-. So viele Idioten gibt es sicher nicht – oder sollte ich sagen „Idealisten“?

Datum: 15. Oktober 2007
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6 Kommentare

  1. Ludovika | Dienstag, 16. Oktober 2007 21:21
    1

    Du schreibst mutig, pfeffrig! Schärfe ist zu spüren!
    Vielleicht kommt es eines Tages so, dass jeder Schüler daheim sitzt, die gesamte Schule online abläuft!?
    Gruß von einer weiblichen GS-Lehrkraft :-)

  2. mona lisa | Dienstag, 16. Oktober 2007 22:34
    2

    Wäre u.U. nicht das Schlechteste, zumindest wäre man als Lehrperson nicht diesem immensen Lärm ausgesetzt!

  3. Ludovika | Dienstag, 16. Oktober 2007 23:56
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    das meine ich doch!
    schade um ein paar lebendigkeiten wäre es aber doch- klassenfahrten – museumspäd.events- gemeinsame frühstücke- theater spielen und anschauen- und….?

  4. mona lisa | Mittwoch, 19. Dezember 2007 2:06
    4

    Soviele Leser!! und so wenig Kommentare!!?? Wie passt das zusammen?
    Um Antwort wird gebeten!

  5. Theo Lingen | Donnerstag, 26. August 2010 16:21
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    Es ist mehr als komisch dass es für öffentliche Stellen von denen man will dass sie mit Frauen bestzt werden quoten gibt aber weder in Kindergarten noch in Grundschulen dieses Vorgabe ist. Und wie nötig hätten Jungs doch mänliche Vorbilder und eine Unweibliche und Rationale rangehensweise. Der man in der Gesellschaft hat keine Vrobildfunktion mehr. Gerade weil miterweile jedes 7 Kind in einem aleinerziehenden Haushalt aufwächst und das meist bei der Mutter.

  6. mona lisa | Donnerstag, 26. August 2010 16:34
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    Im Kindergarten und in der Grundschule ist eine Frauenquote ja auch nicht nötig. Man könnte hier eher über die Einführung einer Männerquote nachdenken.Dass aber eine weibliche Herangehensweise unrational sein soll, kann ich nicht nachvollziehen.

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