Viel zu laut!

Morgen beginnen die Schulen in NRW wieder. Viele Mütter, vielleicht auch manche Väter, sind froh darüber, dass sie dann wieder ihren geregelten Vormittag haben.
Einen kleinen „Vorgeschmack“ auf das, was ab morgen wieder zu hören ist, bekam ich heute auf meinem Spaziergang durch die Felder. Eine Gruppe von Eltern mit Kindern war unterwegs. Gesehen habe ich sie zunächst nicht, aber gehört und wie! Kinder, die kreischen wie Oskar Matzerath in der „Blechtrommel“ , in so hohen Tönen, dass es an schon an Körperverletzung grenzt. Nur gut, dass es in den Feldern keine Glasscheiben gibt, um die man sich sorgen müsste. Oder vielleicht auch: schade! Denn dann wären die Auswirkungen unmitttelbar erkennbar, der angerichtete Schaden ebenfalls. Wahrscheinlich aber würde man sich dann erst einmal auf die Suche nach Schuldigen begeben, weil es ja nicht sein kann, dass die Fenster einfach so zu Bruch gehen. Schulglasscheiben scheinen mit dem Krach fertig zu werden, aber was ist mit meinen Ohren und die Auswirkungen auf den gesamten Organismus? Welche das sein können, kann man hier nachlesen.

Dort will ein ISF Lärmforscher „den Schulträger in die Pflicht nehmen und plädiert für ‚akustisch gut gestaltete Räume‘. Dort seien Lehrer nachweislich weniger empfindlich gegenüber Lärm, und das Sozialverhalten der Schüler werde ruhiger.“
Machmal wäre ich ja schon froh, man könnte einfach mal so lüften, die Fenster wären ohne Probleme zu öffnen und schlössen korrekt, so dass es bei heftigem Wind nicht hereinregnet.
Doch stopp! Vielleicht wäre das leichter zu ertragen und zu korrigieren als der ständige Lärm. Gegen Kälte und Regen kann man sich warm anziehen, notfalls Regenschirme aufhängen oder Eimer aufstellen. Säh‘ bestimmt lustig aus. Doch wie schütze ich mich gegen Lärm – Ohrstöpsel? Das aber müssten Spezialanfertigungen sein, die Beiträge zum Unterricht durchließen. Wäre das nicht eine Herausforderung? Doch für wen? Reich wird man sicher mit dieser Erfindung nicht, es sei denn, sie ließe sich wirtschaflich effizient nutzen. Da reicht aber der Bildungssektor bestimmt nicht aus.
Vielleicht setzt sich jemand mal wirklich für die Erkenntnis ein, dass Bildung und Jugend, vor allem aber gebildete, nicht zu verwechseln mit eingebildeter Jugend eine Investition in die Zukunft sind, die man nicht zum Nulltarif haben kann.

Datum: 6. Januar 2008
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3 Kommentare

  1. Ulrike | Dienstag, 8. Januar 2008 17:33
    1

    Zu deinem letzten Absatz, liebe Mona-Lisa: Mein Reden seit 33 …
    Und zum Anfang des Beitrages: Auch ein Grund weshalb ich froh bin, nicht mehr im aktiven Schuldienst zu sein. Auch ich konnte das Gekreische, diesen ständigen Lärm nicht mehr ertragen.
    Ich verstehe es mal so, dass DU das noch musst. Du Arme …
    Liebe Grüße – Ulrike

  2. mona lisa | Dienstag, 8. Januar 2008 19:21
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    Liebe Ulrike,
    vielleicht ist dies eine blöde Frage: Bist du jetzt im „passiven“ Schuldienst oder pensioniert? Oder gibt es andere Alternativen zum „aktiven“ Schuldienst?

  3. April | Dienstag, 8. Januar 2008 20:51
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    Du schreibst mir mal wieder aus der Seele. Zum Kreischen kommt noch das Anrempeln (unabsichtlich), das Sich-vorbei-quetschen, der Dreck überall.

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