Spielen Sie Ihren Trumpf aus oder: Wie komme ich an möglichst viele Adressen?

Vor ein paar Tagen war ich in der hiesigen Sparkasse, um mich nach meinem Kontostand zu erkundigen. „Möchten Sie etwas gewinnen?“ Tja, warum nicht? „Was gibt es denn zu gewinnen?“ “ Tja, da müssen Sie hier diese Karte ausfüllen.“ Auf der Karte konnte ich aber eigentlich nur meine Adresse und anhand von nachgemachten Spielkarten meinen „Gewinn-Code“ eintragen. Die Nummern bezogen sich auf mögliche Wünsche: Immobilienwünsche, Wohnambiente, Renovierung Vermögensaufbau, Anschlussfinanzierung, eigene vier Wände. Ach ja, nichts vergessen: Meinen Trumpf durfte ich auch angeben, damit man mich dann gezielt informieren kann. Na, wisst ihr schon worum es geht? „Ja, und wo steht, um welchen Gewinn es geht?“ „Da muss ich meinen Kollegen fragen.“ Kollege kam und redete etwas unverständlich von einem Bausparvertrag.
Erst nach mehrmaligem Nachfragen stellte sich heraus, dass man die Abschlussgebühr erstattet bekommt, die fällig wird, wenn man einen Bausparvertrag abschließt. Ich würde so etwas nicht Gewinn, sondern als „Fangprämie“ bezeichnen. Für mich eine unmögliche Art und Weise an Adressen zu kommen, ohne Hinweis, wofür sie genutzt werden. Im Grunde nicht viel anders als der Versuch eines Briefes, in dem ich – allerdings telefonisch – nach Bekanntgabe meiner Glückszahlen die Möglichkeit in Aussicht gestellt bekam, eine vererbbare Rente zu gewinnen. Ja und irgendwie müssen die glücklichen Gewinner ja auch benachrichtigt werden! Nicht wahr?!
Da ist nur die Frage, wer hier eigentlich welchen Trumpf ausspielt?

Datum: 26. Februar 2008
Themengebiet: Allgemein, Alltägliches, Aufgelesen Trackback: Trackback-URL
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