Vermisse mich – aber lass mich gehen

Vermisse mich,
aber lass mich gehen

Wenn ich an das Ende
meines Weges komme
und die Sonne für mich
untergegangen ist,
wünsche ich keine Zeremonien
in einem dunklen Raum.

Warum um die Seele weinen,
die frei geworden ist;
vermisse mich eine Weile,
aber nicht zu lange,
und nicht mit tiefgebeugtem Haupt.

Erinnere dich der Liebe,
die uns einst verband.
Traure um mich, aber lass mich gehen.

Das ist eine Reise, ein Weg,
den wir alle gehen müssen,
und jeder muss allein gehen,
es ist ein Teil von Gottes Plan.

Vermisse mich – aber lass mich gehen.

Gefunden bei: Rainer Knirsch

Datum: 17. Mai 2008
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3 Kommentare

  1. Goldmarie | Sonntag, 18. Mai 2008 9:10
    1

    Masha Kaleko:
    “Selbst zu sterben ist nicht schwer!
    Mit dem Tod der Anderen muss man leben.”
    Ich glaube, das ist das Schwierigste – das Weiterleben mit der Abwesenheit. Natürlich begleiten einen die Erinnerungen – Gott sei Dank hat man die; und auch die vielen Details, die mit dem geliebten Menschen verbunden sind. Dennoch: Es gibt kein weiter mehr, keine Entwicklung, kein Fortschreiben der gemeinsamen Geschichte. Und das ist schwer auszuhalten!

  2. april | Montag, 19. Mai 2008 18:58
    2

    Wunderschön, wahr und sehr traurig, dieser Text.

    Ich kenne ‘ihn’ nicht, aber vielleicht hätte er gewollt, dass du ohne ihn zurecht kommst. Ich wünsche das dem meinigen auch, denn eines Tages ist es so weit, wenn auch vielleicht nicht so früh.

  3. Angela | Samstag, 24. Mai 2008 18:02
    3

    Ich hab am Dienstag meine Schwiegermutter ein Stück auf dem Weg hinüber begleitet …..
    Es war schwer, sie sterben zu sehen, trotzdem tröstet mich der Text jetzt gerade.

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