Montag, 30. Juni 2008 22:29

Mit meinem Sohn habe ich den Vortrag eines Englisch bzw. Amerikanisch sprechenden Philosophieprofessors besucht. Mir schwante zwar, dass ich kaum entwas verstehen würde, war aber dennoch neugierig und bin mitgegangen. Ja, ich habe so gut wie nichts verstanden, das Stillsitzen fiel mit der Zeit zunehmend schwer, da die Luft in dem Raum immer stickiger wurde, die Fenster aber nicht geöffnet werden konnten, denn die nahe Auto- und Eisenbahntrasse hätten ein Verstehen akustisch unmöglich gemacht. Spannend fand ich den Abend dennoch. Ich habe Beobachtungen en masse machen können. Der Vortrag aber war eine Zumutung. Inhaltlich kann ich es nicht beurteilen (s.o.), doch von ...weiterlesen...


Montag, 30. Juni 2008 21:53

"Wir sind zweiter Sieger!" Ich dachte, ich höre nicht richtig. Was ist denn das, ein zweiter Sieger? Siegen kann per definitionem nur einer: der Sieger. Das heißt ja nicht, dass man sich nicht über den zweiten Platz bei der Europameisterschaft freuen kann. Nur Sieger sind die Spanier, wir sind Zweiter! Das sollt man sprachlich dann bitte auch exakt handhaben. Irgendwann gibt es das Wort "Verlierer" nicht mehr, wenn alle sich als zweiter Sieger bezeichnen, wenn sie in einem Wettkampf unterlegen sind . weiterlesen...


Sonntag, 29. Juni 2008 19:19

Ich würde so gerne tanzen, ob Standard, frei oder auch argentischen Tango, das ist mir fast egal. Sich nach Musik bewegen, finde ich einfach wundervoll. Bisher hat es immer an einem tanzbegeisterten Partner gemangelt, der eine hatte es am "Miniskus" - hatte aber keine Schwierigkeiten, zu joggen oder als Schiedrichter 2 x 45 Minuten über den Platz zu laufen. Der andere hatte es an der Archillesferse. Nun habe gedacht: Ich melde mich einfach bei einer Tanzschule an. Aber einfach ist das nicht. Anmeldung nur "Paarweise"! habe ich mehrfach lesen müssen. Doch woher nehmen, wenn nicht stehlen? Auf den Seiten gab es Links, ...weiterlesen...


Dienstag, 24. Juni 2008 22:45

Es ist schon ein typischer Mankell Roman: menschliche Abgründe, Unverständnis über die Motive, die (Geld- und Macht-) Gier menschlichen Handelns, Menschen, die an der Wahrheit interessiert sind und dafür viel Zeit, Geld und sogar ihr Leben riskieren. Ein brisantes Thema: menschenverachtende Praktiken von Pharmakonzernen in Afrika, die auf unerlaubte, kriminelle Art und Weise ihre Aids-Medikamente testen. Jede Menge Tote, zwielichtige Gestalten in offiziellen Ämtern und auf den ersten Blick zwielichtige Gestalten, die sich dann als ehrenwert oder einfach nur menschlich und hilfsbereit erweisen. Und dennoch: die Handlung ist z.T. verworren, verschiedene Theorien, Mutmaßungen über den Tod von Henrik Cantor, der ...weiterlesen...


Montag, 23. Juni 2008 22:38

"Ich sorge mich nie um die Zukunft. Sie kommt früh genug." (Albert Einstein) Die Zukunft auf sich zukommen zu lassen, ohne sich zu sehr im Hinblick auf die Zukunft abzustrampeln, auf sich selbst, die innere Stimme hören, die richtigen Fragen an sich stellen und lauschen, welche Antworten aus einem kommen, wem man begegnet, was einem entgegenkommt und offen dafür sein - eine Form der Zukunftsgestaltung? Was aber ist Zukunftsgestaltung, wenn Leben in der Gegenwart passiert? weiterlesen...


Dienstag, 17. Juni 2008 16:07

Der Roman ist in einer Zeit entstanden, in der Yvan Goll mit Paula Ludwig befreundet war, worunter Claire offensichtlich sehr gelitten hat. Ihre Eifersucht, den Hass auf die Konkurrentin hat sie in diesem Roman verarbeitet, der in einem französischen Provinznest spielt, in dem man nicht zu laut denken darf, damit die anderen es nicht mitbekommen. Susanne Amiel leidet darunter, von ihrem Geliebten verlassen worden zu sein. Ihren Hutladen, in dem er sie immer besucht hat, hat sie an Gaby Thomas verkauft. Er liegt dirket gegenüber ihrem jetzigen Schreibwarengeschäft, so dass sie sowohl sehen kann, wer den Hutladen betritt, als auch ...weiterlesen...


Montag, 16. Juni 2008 20:44

Muss sich ein Schiedsrichter tatsächlich auch noch mit den Trainern einer oder im Zweifelsfall beider beteiligter Fußballmannschaften beschäftigen und sie - notfalls - zur Raison rufen? Hätten Trainer nicht tatsächlich auf der Tribüne den für sie notwendigen, besseren Überblick und könnten in der Halbzeitpause ihren Spielern - mit der nötigen Distanz - Tipps für den weiteren Spielverlauf geben? Als emotionaler Mensch kann ich die Reaktionen beider Trainer gut nachvollziehen, doch: Cui bono? Schaun' mer mal, wie's weitergeht bzw. wie' s ausgeht! weiterlesen...


Sonntag, 15. Juni 2008 10:05

Unter diesem Apekt habe ich die Beichte noch nie gesehen. In Claire Golls Roman, "Arsenik oder Jedes Opfer tötet seinen Mörder" kann man folgende Passage lesen. "Es ist ein theatralischer Genuß, so zerschmettert zu Füßen einer himmlischen Autorität zu liegen und sich selbst zu zerfleischen. Darum ist sie schon als Kind leidenschaftlich gern zur Beichte gegangen. ... Sie, die ihren Mitmenschen gegenüber verschlossener ist als ein Grab, enthüllt ihre Seele nicht ohne wollüstigen Schauer in der Kirche. Solange die Seelsorge in Händen der Männer ist, wird der Beichtstuhl wegen seiner erotischen Mystik nie an Zugkraft verlieren." (Rezension des Romans folgt.) weiterlesen...


Freitag, 13. Juni 2008 18:21

Auf dem Weg zum Auto traue ich meinen Augen nicht: Da liegt ein älterer Mann auf dem Boden und auf ihn prügelt ein Jüngerer ein, schlägt ihm die Brille aus dem Gesicht und seine Fäuste auf den Kopf. Die Leute gucken. Ich renne über die Straße und frage den Prügelnden, weshalb er den Mann denn schlage? Erstaunt schaut er mich an, hört mit dem Prügeln auf und fragt, was mich das denn überhaupt angehe? Meine Frage an den Älteren, ob ich ihm helfen könne, wird nicht beantwortet. Er nimmt seine Brille und steigt ins Auto. Das macht er immer so! ...weiterlesen...


Donnerstag, 12. Juni 2008 16:24

"Wenn du jemanden liebst, dann beeil dich und zeig es." (Joyce Brothers) Ja, denn morgen könnte es schon nicht mehr möglich sein. Als junge Frau habe ich allerdings gelernt, dass es unklug sei, sofort zu reagieren. Briefe von Jungen mussten eine bestimmte Zeit (der Zeitraum ist mir entfallen) liegen gelassen werden, bevor er beantwortet werden sollte. weiterlesen...