Lily Brett, Chuzpe
“Chuzpe” ist ein sehr unterhaltsamer (Frauen-) Roman, frech, ironisch und mit viel Gefühl für Sprache geschrieben. Geeignete Lektüre für den (Strand-) Urlaub.
Ruth, eine erfolgreiche, professionelle “Briefeschreiberin” mit einer eigenen Agentur, ist die Hauptperson dieses Romans. Sie lebt vorübergehend allein in ihrem großen Loft, da ihr Mann für ein Projekt in Australien arbeitet. Die Kinder sind bereits aus dem Haus. So hat sie Zeit, sich auf den Entwurf neuer Karten für ihr Sortiment zu konzentrieren, sich mit Freundinnen zu treffen. Wenn, ja wenn es da nicht ihren über achtzig Jahre alten Vater gäbe, um den Ruth sich ständig Sorgen macht. Sich Sorgen zu machen über alles, was ihr im Leben begegnet oder noch besser begegnen könnte , das ist Ruths auffälligster Charakterzug: ” Ruth machte sich Sorgen über ihre Libido. Sie war der Ansicht, daß man eine Libido leicht verlieren konnte. Leichter als Handschuhe oder Regenschirme. … Und selbst wenn man sich Sorgen über die eigene Libido machte, konnte man nicht darüber sprechen. So etwas war kein geeignetes Gesprächsthema.” Außer vielleicht in einer Frauengruppe. So beschließt Ruth, eine solche Gruppe zu gründen, die in regelmäßigen Treffen schwierige Themen bearbeitet. Nur, Mitglieder für diese Gruppe zu finden, ist nicht so einfach. Wenn Ruth aber merkt, dass es ihr eigentlich (!) gut geht, dann macht sie sich erst recht Sorgen, auch wenn jeder versucht ihr klar zu machen, dass sie sich keine machen müsste.
Diesen Roman sollte man zum Schluss hin besser nach einer guten Mahlzeit lesen – wenn man nicht zu müde ist – da Ruths Vater mit zwei befreundeten polnischen Frauen ein “Klops-Restaurant” aufmachen will und der Leser immer wieder neue Klopsvarianten kennenlernt. Vier “Klops braucht der Mensch”- Rezepte – so das Motto des Restaurants – sind am Ende des Romans abgedruckt. Ausprobiert habe ich sie (noch) nicht. Wenn sie so gut und interessant sind wie der Roman, dann kann man nur sagen: macht süchtig auf mehr Klopse oder Romane von Lily Brett!
Lily Brett, Chuzpe, aus dem Englischen von Melanie Walz, Frankfurt/M 2007, 334 S. ISBN 987-3-518-45922-5

habe jedes buch von ihr gelesen- chuzpe fand ich dabei besonders unterhaltsam, sogar an manchen stellen laut gelacht…eine ganz besondere mischpoke…
Stimm, habe oft laut gelacht, fand auch den Sprachwitz, die Sprachfindigkeiten oft sehr witzig. Ob Ruths Job nicht eine sinnvolle Alternative wäre!?
Ich glaube, ich bin die einzige Leserin dieses Romans, der er ueberhaupt nicht gefallen hat. HAst du auch Brett, ‘zu viele maenner’ gelesen?
Das Buch war fuer mich sehr interessant!
Einstweilen herzliche Gruesse aus Israel, von einem sehr widersruechlichen Aufenthalt!
Hallo Weltenbummlerin, weshalb hat er dir nicht gefallen?
Den von dir genannten Roman habe ich (noch) nicht gelesen.
nicht gefallen? Vermutlich zu viele Neurosen (habe selbst genug
verlorene Libido – not my cup of tea. Lese derzeit ‘weinende Susannah’ von Alona kimchi. Wieder eine neurotische Frau……..
komme am Wochenende zurueck – schreibe dann ausfuehrlich. Liebe Gruesse!