Peter Stamm, An einem Tag wie diesem

Andreas, deutscher Lehrer an einer Schule in Paris, ist der Protagonist dieses Romans, der wie folgt beginnt: “Andreas liebte die Leere des Morgens, wenn er am Fenster stand, eine Tasse Kaffee in der einen, eine Zigarette in der anderen Hand, und auf den Hof hinausschaute, den kleinen aufgeräumten Hinterhof, und an nichts dachte als an das, was er sah.” Andreas ist Einzelgänger, hat zwar ein Verhältnis mit einer Frau, aber Nähe entsteht nicht, soll auch nicht entstehen. Als Andreas nach einer Untersuchung glaubt, eine schlimme Diagnose erfahren zu müssen, verlässt er – ohne Kenntnis der Diagnose – fluchtartig das Sprechzimmer und beschließt, seinen Job in der Schule aufzugeben und seine Wohnung zu verkaufen. Da tritt Delphine in sein Leben, nein sie drängt sich in sein Leben und er versucht sie loszuwerden. Was sich als schwierig herausstellt. Mir ihr macht er eine Reise in die Schweiz, für Delphine Neuland für Andreas eine Reise in seine Vergangenheit.
Ein sehr handlungsarmer Roman, der selten Innenansichten des Protagonisten erlebbar macht. Mir ist Andreas ziemlich femd geblieben. Der Erzählband Peter Steins, Wir fliegen hat mir persönlich besser gefallen, auch wenn es Geschichten sind, in denen ebenfalls nicht viel passiert.

Peter Stamm, An einem Tag wie diesem, Frankfurt/M. 2007, 206 S., ISBN 978-3-596-1738-9

Datum: 14. August 2008
Themengebiet: Rezensionen Trackback: Trackback-URL
Feed zum Beitrag: RSS 2.0

Kommentar abgeben