Franz Kafka, Sämtliche Werke

Durch lesen! bin auf diese Ausgabe Kafkas gestoßen. Da ich immer schon einmal mehr von Kafka lesen wollte als das, was ich aus meiner eigenen Schulzeit (vor und hinter dem Pult) kenne, habe ich zugegriffen. Ein wahrlich schwerwiegendes Exemplar, mit seinen 1461 S. kaum in der Hand zu halten.
Die Aphorismen sind Denkanstöße für zwischendurch. Die Romane kann ich nur mit äußerster Konzentration lesen, da zumindest in “Das Schloß” kaum etwas passiert. Und dennoch haben es die Sätze in sich, bleibt man hängen, geht eigenen Gedanken nach, ausgelöst etwa durch folgende Sätze:
“Sie sind nichts. Leider aber sind Sie doch etwas, ein Fremder, einer, der überzählig und überall im Weg ist, einer, wegen dessen man immerfort Scherereien hat ….Wegen alles dessen mache ich Ihnen ja im Grunde keine Vorwürfe. Sie sind, was Sie sind;”
“Sie sind, was Sie sind” – Kompliment oder Vorwurf? Nachdenken erwünscht und erlaubt. Aber einfache Lektüre auf keinen Fall.
Eine für mich passende Illustration zu Kafkas “Kleine Fabel” habe ich zufällig (?) heute bei Herbstkind gefunden.
Franz Kafka, Sämtliche Werke, Frankfurt/M. 2008 ,1.461 S. ISBN 978-3-518-42001-0

Datum: 25. September 2008
Themengebiet: Aufgelesen, Denk-Würdiges, Merk-Würdiges, Worte, Zitate Trackback: Trackback-URL
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3 Kommentare

  1. seelenruhig | Donnerstag, 25. September 2008 9:01
    1

    Kafka ist grandios! Ich habe seinerzeit (wie alt das klingt…) an der Uni ein Hauptseminar über ihn und sein Werk besucht. Überaus interessant.

    Das Schloss: ist für mich Metapher für manche Situationen geworden, in denen ich das Gefühl habe auf der Stelle zu treten, keine Reaktionen zu bekommen, gegen Wattewände zu rennen …. wie in einem Albtraum.

    Lass dich von dieser Stimmung aber bitte keinesfalls runterziehen!! Herbst und Kafka, und dein Jahr… ich weiß nicht so recht..

    liebe Grüße von Ellen

  2. mona lisa | Donnerstag, 25. September 2008 9:37
    2

    Nein, mache ich nicht, wenn’ so kommen sollte, dann lege ich ihn zur Seite, er läuft mir ja nicht weg.

  3. Ingrid | Donnerstag, 25. September 2008 10:10
    3

    Ich sollte mich auch mal etwas ‘erhabenerer’ Literatur zuwenden. Es sit schön, dass du etwas davon rauspickst und in den Mittelpunkt stellst. So sieht man, dass Kafkas Gedanken anregend wirken können.

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