Man muss nie verzweifeln

Man muss nie verzeifeln,
wenn einem etwas verloren geht,
ein Mensch oder eine Freude oder ein Glück;
es kommt alles noch herrlicher wieder.

Was abfallen muss, fällt ab;
was zu uns gehört, bleibt bei uns,
denn es geht alles nach Gesetzen vor sich,
die größer als unsere Einsicht sind
mit denen wir nur scheinbar
im Widerspruch stehen.

Man muss in sich selber leben
und an das ganze Leben denken,
an alle seine Millionen Möglichkeiten,
Weiten und Zukünfte,
denen gegenüber es nichts Vergangenes
und Verlorenes gibt.

(Rainer Maria Rilke)

Datum: 3. November 2008
Themengebiet: Aufgelesen, Denk-Würdiges, Frag-Würdiges, Worte, Zitate Trackback: Trackback-URL
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4 Kommentare

  1. Ingrid | Montag, 3. November 2008 20:05
    1

    Einfach gesagt, sehr weise, aber bestimmt nicht einfach.

  2. Wildgans | Dienstag, 4. November 2008 17:48
    2

    und es kann einem mitunter sehr eng werden in sich selber, so dass man eben nicht an das ganze leben denken kann und all die millionen möglichkeiten, es gibt dann nur immer einen einzigen gedanken….tröstlich allein, dass dies wie alles nur eine phase ist.
    gruß von sonia

  3. goldmarie12 | Mittwoch, 5. November 2008 7:59
    3

    Wie konnte er das bloß wissen, der Rilke?
    Genauso sehe ich es auch…..
    @Wildgans:
    “Alles ist nur eine Phase” war mein tröstlichster Spruch in mit Kindern durchwachten Nächten. Lustig, ihn hier zu lesen!

  4. 4

    [...] Hagen, Xavier Naidoo, um nur einige zu nennen, für dieses Projekt zu begeistern. Viele der Texte kannte ich bereits, und doch kamen mir einige in dieser Fassung wie unbekannte entgegen. Jeder CD [...]

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