Wir sind Obama

“Wir sind Obama”, wird man in der morgigen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung lesen könne. Nee, das nun wirklich nicht. Ich mag diese vereinnahmenden, umarmenden, alles platt walzenden Formulierungen nicht, für mich eher der Stil der Zeitung mit den dicken Lettern.
Gleichwohl gehen die Worte Obamas, die Art und Weise, wie er die Menschen anspricht, in ihnen ihre Träume, Sehnsüchte zum Klingen bringt, aber gleichzeitig auch verdeutlicht, dass sie sich nicht von selbst verwirklichen, zu Herzen. Ich wünsche ihm eine gute Hand, Unterstützung und Verständnis von all denen, die ihm heute zujubeln.
Zu groß ist die Gefahr, dass er an den (Heils-) Erwartungen, die er geweckt, die er formuliert hat, im politischen Alltag scheitert, wenn nicht seine Anhänger verstehen, dass er allein diesen angekündigten Wechsel nicht schaffen kann.
Immer wieder muss ich an die Rede Martin Luther Kings denken, die ich als Jugendliche als Plakat an meiner Zimmerwand hängen hatte:I have a dream. Mehr als 45 Jahre danach scheint es endlich einen großen Schritt weiter gehen zu können. Aber dann sind da auch noch die Gedanken an den gewaltsamen Tod John F. Kennedys. Doch wer sagt, dass Geschichte sich wiederholen muss.
Auch wenn ich ihm, Amerika, der Welt und uns alles Gute wünsche, möchte ich doch festhalten: Ich bin nicht Obma, ich bin auch nicht Papst und was weiß ich wer noch.

Datum: 5. November 2008
Themengebiet: Aufgeschnappt, Frag-Würdiges, Worte Trackback: Trackback-URL
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Ein Kommentar

  1. quersatzein | Donnerstag, 6. November 2008 6:43
    1

    Das sind schöne, kluge Sätze von dir, Mona Lisa (ich würde jeden von ihnen unterstreichen), auch wenn oder gerade weil du “nicht Obama, der Papst und was weiss ich noch wer bist”…
    Hoffen wir auf einen guten und realen Fortgang dieser traumhaften Ausgangslage.

    Gruss
    Brigitte

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