Fleisch und wichtige Personen
Dass früher (und vielleicht auch heute noch) Fleisch wichtigen Personen vorbehalten war, daran kann ich mich noch erinnern: Die Haushaltsvorstände (!) sprich Vater und/oder Großvater bekamen das größte Stück Fleisch, wenn es denn Fleisch gab. Kam dann der Pastor ins Haus, wurde die gute Stube = Wohnzimmer geheizt und es kamen Schinken und Luftgetrocknete auf den Tisch, die es nur zu besonderen Anlässen gab. “Alltagswurst” waren Blut- und Leberwurst. Für besondere Gäste wurde ein Hühnchen geschlachtet und es gab Hühnersuppe, an der man sich die Zunge verbrannnte, wenn man bis dahin wieder vergessen hatte, dass Hühnersuppen wegen der Fettschicht nicht dampften, wenn bzw. obwohl sie heiß waren.
Daran musste ich heute denken, als ich an der Fleischtheke stand und zusehen und -hören konnte, wie jemand sich Sauerbratenstücke zeigen und erklären ließ. Da war von einem “Bürgermeisterstück” die Rede, als einem besonders zarten Fleischstück.
Dann habe ich wohl öfter “Bürgermeisterstücke” gegessen, ohne es zu wissen, denn ich esse lieber wenig wirklich gutes Fleisch als Masse. Qualität statt Quantität.

Hallo!
Daran kann ich mich auch noch erinnern. Fleisch war etwas ganz besonderes. Klar, war ja auch enorm teuer, relativ gemessen. Dafür hat man sich auf jedes Stück gefreut, nicht so wie heute, wo einem alles schon “nachgeschmissen” wird. Nur an wenigen Feiertagen kam ein Braten auf den Tisch, der dann umso besser geschmeckt hat.
Wir waren “ärmer” damals, aber dafür haben wir die besonderen Dinge mehr genossen.
Kati