Ginko Biloba

Zuerst haben mich die Blätter fasziniert, die vor allem im Herbst mit ihrem leuchtendem Gelb eine unheuere Faszination auf mich ausgeübt haben und noch immer ausüben. In Marburg habe ich im Südviertel eine Straße gefunden, die mit Ginkobäumen gesäumt waren. Da konnte ich dann aus den Vollen schöpfen! Ich habe sie getrocknet als Lesezeichen benutzt , Karten und Geschenke damit verziert etc. Dann entdeckte ich Goethes Gedicht über diesen Baum, sicher einigen von euch bekannt. Doch hier noch einmal zur Erinnerung:

Gingo Biloba

Dieses Baums Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Gibt geheimen Sinn zu kosten,
Wie’s den Wissenden erbaut.

Ist es Ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen,
Daß man sie als Eines kennt?

Solche Frage zu erwidern,
Fand ich wohl den rechten Sinn:
Fühlst du nicht in meinen Liedern,
Daß ich Eins und doppelt bin?

Und ich wusste, ich möchte gerne einen Ginkobaum im Garten haben. Passte aber nicht wirklich. Jedenfalls habe ich noch keinen.
Dass es in Weimar sogar ein Ginko-Museum gibt, habe ich erst durch meinen Sohn und seine Freundin erfahren, der um meine Begeisterung für diesen Baum weiß. Von ihnen habe ich zum Geburtstag Ginko-Samenkapseln bekommen, sie eingepflanzt und nun warte ich, jeden Morgen nachsehend, ob sich im Topf schon etwas tut. Ich habe sie im Bad stehen, wo es stets angenehm temperiert ist. Denn nicht nur Samen haben es gerne warm. Man soll sie auch in Kübeln halten können. Doch bis jetzt ist noch nichts zu sehen. Abwarten und Tee trinken. Den haben sie mir dann netterweise zur Überbrückung der Wartezeit gleich mitgeliefert!

Datum: 1. Dezember 2008
Themengebiet: Aufgelesen, Gedichte, Merk-Würdiges Trackback: Trackback-URL
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