Luft und Rosen als Stützen

„Ich setzte den Fuß in die Luft,
und sie trug.“

(Hilde Domin) aus: Nur eine Rose als Stütze

Ich bin von Gedichten Hilde Domins immer noch und immer wieder fasziniert. Sie sind trotz ihrer Melancholie, Wehmut, Sehnsucht für mich oft Stützen in meinem Alltag, Möglichkeiten innezuhalten und anschließend den nächsten Schritt zu tun.
Aus diesem Gedichtband habe ich auf der Trauerfeier für meinen Mann die Gedichte „Haus ohne Fenster“ und „Unterricht“ vorgetragen.
„Der Schmerz sargt uns ein/ in einem Haus ohne Fenster.“ Das war genau das, was ich empfunden, so aber nicht hätte sagen können, also habe ich mir ihre Worte geborgt, bin behutsam damit umgegangen und habe sie (für mich) wirken lassen.
„Jeder der geht / belehrt uns ein wenig/ über uns selber.“ Die Wahrheit dieser Zeilen geht mir immer wieder in meinem Alltag auf. Dann wird mir warm ums Herz. Dankbarkeit macht warm und friedlich.

Datum: 29. Januar 2009
Themengebiet: Aufgelesen, Denk-Würdiges, Gedichte, Merk-Würdiges, Rezensionen, Worte Trackback: Trackback-URL
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2 Kommentare

  1. Wildgans | Freitag, 30. Januar 2009 12:12
    1

    gute sätze, SO gute sätze!
    meine schwester hat sie mal in der stadt spazieren sehen (HD)- auf einem dieser gänge ist sie gestürzt, hat sich nicht mehr davon erholt.
    schau auch mal die beiden sätze am ende von irgendlinks vorletztem beitrag, der macht sich auch ganz schön gedanken und hat so eine schräge, schöne art zu schreiben und zu leben, find ich!
    gruß von der wildgans

  2. mona lisa | Freitag, 30. Januar 2009 19:17
    2

    Ich hatte das Glück sie zweimal bei Lesungen zu erleben, so eine kleinen zierliche Frau, mit großem Charme! Wunderbar!

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