Aushalten und Schweigen?

WARUM?

Es gibt Fragen, auf die gibt es keine, auf jeden Fall keine einfachen Antworten oder Erklärungen. Weshalb halten wir nicht angesichts der Ereignisse wie in Winnenden einmal inne, werden ruhig und überlegen, was da vor sich gegangen ist.
Wie kann man Fassungs-, Sprachlosigkeit in Sprache fassen?
Genau das geht nicht, sonst wären es ja keine solchen. Wie kann man aber (Fernseh-) Sendungen produzieren, in denen Menschen stundenlang austauschbare Worthülsen, Plattitüden von sich geben? Sie können ja auch nichts anderes, nicht anders formulieren, angesichts dieser Unfassbarkeiten.
Wir sollten schweigen, nachdenken.
Das einzig Sinnvolle, was ich in diesem Zusammenhang gehört habe, ist ein Zitat aus der Rede des damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau, der bei der Trauerfeier in Erfurt gesagt hat: “Wir sollten unsere Ratlosigkeit nicht zu überspielen versuchen mit scheinbar naheliegenden Erklärungen. Wir sollten uns eingestehen: Wir verstehen diese Tat nicht.”

Datum: 12. März 2009
Themengebiet: Aufgelesen, Denk-Würdiges, Frag-Würdiges, Worte, Zitate Trackback: Trackback-URL
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5 Kommentare

  1. Helga | Donnerstag, 12. März 2009 14:23
    1

    Das seh ich anders. Natürlich kann ich diese Tat nicht verstehen, wie denn auch. Aber ich muss deshalb nicht in Schweigen verfallen, Ganz im Gegenteil, ich muss darüber reden, nicht nur darüber nachdenken. Denn, wenn ich eine Sache nicht verstehe, wird sie nicht besser oder ungeschehen, weil ich darüber schweige.

  2. mona lisa | Donnerstag, 12. März 2009 16:55
    2

    Ich meinte Schweigen in dem Sinne, dass ich erst einmal innehalte, nachdenke und dann vorsichtig versuche das Unfassbare (in Sprache)zu fassen.

  3. Gedanken zur Medienpräsenz « Doppelblog’s Weblog | Donnerstag, 12. März 2009 18:21
    3

    [...] Ist es nicht besser – aber auch schwerer – die Hilflosigkeit zuzugeben? Zu sagen, wir wissen noch nichts, aber wir sind bereit zu schauen, nachzudenken und Ursachen zu finden. „Das einzig Sinnvolle, was ich in diesem Zusammenhang gehört habe, ist ein Zitat aus der Rede des damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau, der bei der Trauerfeier in Erfurt gesagt hat: “Wir sollten unsere Ratlosigkeit nicht zu überspielen versuchen mit scheinbar naheliegenden Erklärungen. Wir sollten uns eingestehen: Wir verstehen diese Tat nicht.”“ schreibt Mona Lisa. [...]

  4. manacur | Donnerstag, 12. März 2009 21:25
    4

    …mit scheinbar naheliegenden Erklärungen…
    und wie steht es mit ‘weitabliegenden’ Erinnerungen: der Mensch in der Evolution mit noch verdammt viel primitivem Resthirn, das nur darauf wartet, die dünne Oberschicht zu durchdringen?
    LG
    Curt

  5. Helga | Freitag, 13. März 2009 11:54
    5

    Es gibt keine naheliegenden Erklärungen im höchsten Fall Erklärungsversuche. Natürlich hat das alles auch irgendwie mit unserem Primatengehirn zu tun.

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