Dehnstraßen beatmen
Auf Dehnstraßen kann man nicht gehen, laufen, wandern, marschieren. Sie kann man (nur) beatmen. Was das soll?
Mein Yoga-Engel – nein, ich fange jetzt nicht an zu spinnen oder in esoterische Sphären abzudriften, meine Yogalehrerin heißt Engel und kommt mir mit ihrer liebenswerten Art oft als ein solcher vor – hat eine sehr bildreiche Sprache, um die Übungen, die wir der besseren Konzentration wegen meist mit geschlossenen Augen machen, zu beschreiben. Linsen, Augen-auf-Machen, um zu sehen, wie sie es uns vormacht, ist damit meist überflüssig. Nur mit der liegenden Acht habe ich meine Schwierigkeiten. Wundert mich nicht, ich mag Wörter lieber. Doch auch dafür hat sie eine Lösung. Sie drückt mir eine Holzacht in die Hand, so dass ich sie nachmachen kann. Meine Lieblingsübung wird es damit trotzdem nicht.
Ja, und eine solche Dehnstraße haben wir gestern beatmet. Hat ganz schön gezwickt, muss die Dehnstraße vielleicht doch öfter gehen bzw. einnehmen und beatmen, damit die Muskelverklebungen der Halsregion sich langsam auflösen.
