Minck & Minck, totgepflegt

Edda und Lotte Minck, die Autorinnen dieses “Ruhrgebietskrimis”- so die Bezeichnung der Buchhändlerin – leben in Bochum und haben, bevor sie 2004 beschlosssen, Krimis zu schreiben, in der Film- und Fernsehbranche gearbeitet – in verschiedenen Berufen. Bochum ist auch der Handlungsort des Krimis, dennoch ist die Handlung des Krimis keine ruhrgebietstypische und nur ab und zu reden die Leute wie im Ruhrgebiet.
Maggie, die Protagonistin des Romans, ist Journalistin, allerdings arbeitslos, pleite und nach der Rückkehr in ihre alte Heimat Bochum nur  in der Lage eine 22 qm Wohnung im Keller zu finanzieren. Lediglich einige Designerklamotten sind als Zeugen besserer Zeiten übrig geblieben. Warum nur werden die immer wieder namentlich genannt? Der Krimi wird nicht besser dadurch. Gestolpert bin ich allerdings über Maggies “Madenjacke”. Sollte das die Ruhrgebietsversion von (Kathleen) Madden sein?
Maggie tritt einen Job in einem Beerdigungsinstitut an, andere Angebote hat sie nicht und ein Blick auf ihr Konto lässt ihr keine andere Wahl. Strickt weigert sie sich, die unteren Räume zu betreten, in denen die Toten zurechtgemacht und aufbewahrt werden. Doch immer häufiger ist ihr Chef nicht da, weil er Krematorien in den Niederlanden anfahren muss und Matti, ein schweigsamer Finne, Hilfe braucht. Maggie mag ihn und hilft. Er ist es auch, der Maggie seine Entdeckungen mitteilt: gelbe Flusen! Immer wieder gelbe Flusen auf dem Gesicht der Toten, unter ihren Augenlidern und im Mund. Und die Todesfälle von alten alleinstehenden Menschen häufen sind, alles Fälle, die anonym begraben werden, für die Maggie, sonst zuständig für die Rechnungen, keine schreiben muss, weil der Chef sie schreibt. Und Maggie beginnt zu recherchieren.
Ein mäßig spannender Krimi, gespickt mit einigen ganz netten Situationskomiken, aber auf keinen Fall so, dass man sich “totlacht”, wie einem auf dem Bucheinband angedroht wird. Sprachlich kommen mir die Sätze unnötig aufgebläht daher, weisen Längen auf, die mich langweilen.

Minck  & Minck, totgepflegt, Maggie Abendroth und er kurze Weg ins Grab, Düsseldorf, 3. Aufl. 2008, 288 S., ISBN 978-3-7700-1260-2

Datum: 16. März 2009
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4 Kommentare

  1. Realo | Dienstag, 7. Juli 2009 10:10
    1

    Schwach, ganz schwach Mona Lisa !
    Wer Sätze wie den folgenden:
    “Der Kummerkasten des Lebens ist ein toter Briefkasten in Wattenscheid” nicht zu würdigen weiss, sollte KEINE Bücher besprechen !

  2. mona lisa | Dienstag, 7. Juli 2009 16:16
    2

    Leider verstehe ich die vorgebrachte Kritik an meiner Kritik nicht. Aber vielleicht schreibst du, was an dem von dir zitierten Satz so würdigenswert ist.

  3. Oma Berti | Mittwoch, 15. Juli 2009 11:41
    3

    Hallo, ma aufgepasst: Mir is echt egal, wat einer übber die Bücher denkt, dat darf jeder machen wie er will, ne? Hat ja nich jeder “hier!” geschrieenm, als’se im Himmel den Humor verteilt haben. Abba ma ‘n bissken aufgepasst mitten Zitieren. War ja gut gemeint, Ralo, abba der Satz geht so: Die Beschwerdestelle des Lebens ist ein toter Briefkasten in Bochum-Wattenscheid. So is dat, und so bleibt dat. Und, liebe Mona Lisa: “Strickt” schreibt man, wenn man wat mit Wolle inne Hand hat. Dat andere schreibt man so: Strikt. Abba dat nur nebenbei.
    Grüße vonne Omma

  4. mona lisa | Mittwoch, 15. Juli 2009 18:36
    4

    Tach Omma Berti!
    Danke, datt “stri(c)kt” is mir echt dadurchgegangen. Ich lasset getz abba so, damit die Leute datt, watte bemängelst auch vastehn. Nee, aber ehrlich, kann ja ma passieren, selbst wenne datt Ganze mehrfach gelesen hast.
    Nix für ungut!Wa nett von dir zu hören!

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