Herbsttage

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gieb ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

(Rainer Maria Rilke)

Voller Dankbarkeit für den schönen Sommer mit all seinen Facetten und einer Wehmut, die sich beim Abschiednehmen stets einstellt. Doch was antwortet der Indianer auf die Frage, welchen Wolf, welches  Gefühl füttere ich?
Eine Frage von Verantwortung und: Dankbarkeit.

Datum: 30. September 2009
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2 Kommentare

  1. goldmarie12 | Donnerstag, 1. Oktober 2009 9:38
    1

    Danke für das Gedicht – wunderschön!

  2. mona lisa | Donnerstag, 1. Oktober 2009 10:26
    2

    Ja, ich mag Rilke und dieses Gedicht ganz besonders, auch wenn’s mich immer wieder wehmütig stimmt.
    Dir einen angenehmen Tag!

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