Nie verzweifeln

Man muss nie verzweifeln, wenn etwas verloren geht, ein Mensch oder eine Freude oder ein Glück; es kommt alles noch herrlicher wieder. Was abfallen muß, fällt ab; was zu uns gehört, bleibt bei uns, denn es geht alles nach Gesetzen vor sich, die größer als unsere Einsicht sind und  mit denen wir nur scheinbar im Widerspruch stehen. Man muß in sich selber leben und an das ganze Leben denken, an alle seine Milionen Möglichkeiten, Weiten und Zukünfte, denen gegenüber es nichts Vergangenes  und Verlorenes gibt.-

(Brief von Rainer Maria Rilke an Friedrich Westhoff, Rom 29. April 1904)

Datum: 3. Dezember 2009
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4 Kommentare

  1. Wildgans | Donnerstag, 3. Dezember 2009 13:49
    1

    „es kommt alles noch herrlicher wieder“.
    spekulation, rilkes glaube?
    dieser halbe satz macht mir zu schaffen…
    denn ich weiß nicht….
    gruß von sonia

  2. mona lisa | Donnerstag, 3. Dezember 2009 14:29
    2

    „herrlicher wieder“ ist vielleicht arg schräg formuliert, Vielleicht ist das, was nach dem Abschied, Wegfall kommt, noch herrlicher, aber anders, „wieder“ suggeriert, das es sich um das Gleiche handelt.

  3. Quer | Donnerstag, 3. Dezember 2009 19:35
    3

    Da würde ich mich jetzt gerne mit Rilke streiten, denn wenn einem das Liebste wegstirbt, was soll dann noch Herrlicheres kommen? Was zu uns gehört, bleibt nicht für immer bei uns, leider. Und einen geliebten Menschen kann man durch niemanden und nichts ersetzen. Punkt.

    Verzweifeln sollte man nicht, aber auch nicht behaupten, es gäbe nichte Verlorenes.

    Gruss, Quer

  4. Quer | Donnerstag, 3. Dezember 2009 19:36
    4

    Pardon: „nichts Verlorenes“ muss es heissen.

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