Licht anzünden

” ‘Man muß nicht gegen etwas kämpfen, man kann nicht gegen die Nacht kämpfen, man kann aber ein Licht anzünden. Solange man kämpft, kämpft man nicht gegen etwas sondern gegen jemand, und auf jeden Angriff folgt der Gegenangriff, und so reißt die Kette der Gewalt nicht ab.’”
(aus: Luise Rinser, Bruder Feuer, S. 49)

Dieser Satz überzeugt, jeder hat in irgendeiner Art und Weise erlebt, dass dieser Satz stimmt. Doch wie beendet man die Spirale der Gewalt, wenn man den Eindruck bekommt unterzugehen, wenn man nicht kämpft, sich behauptet? Welche Geste, welche Handlung könnte Licht in die eigene Nacht bringen?
Da fällt mir der Satz einer Ausbilderin über einen Menschen ein: “Der kämpft immer noch um sein Überleben und hat noch gar nicht gemerkt, dass er lebt.”
Kämpfen wir an Stellen ums Überleben, wo wir gar nicht mehr kämpfen, uns behaupten müssen, wo wir einfach ein Licht anzünden und uns mit dem anderen an einen Tisch setzen können?
Wenn’ so einfach wäre. Ich habe zunehmend den Eindruck, dass das Einfache das Schwere ist. Oder verwechsle ich da etwas?

Datum: Sonntag, 7. Februar 2010 10:32
Themengebiet: Aufgelesen, Denk-Würdiges, Zitate Trackback: Trackback-URL
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3 Kommentare

  1. Wildgans | Sonntag, 7. Februar 2010 11:25
    1

    überblick scheint von nöten.
    wenn man so allein vor sich hin lebt, denkt, kämpft, sieht man sich nur verstrickt. unmöglich, frei und in alle richtungen zu denken. betriebsblindheit.
    ein licht ins ganze bringen andere menschen- und zwar, weil sie unsere einbahnstraßen öffnen können….

  2. mona lisa | Sonntag, 7. Februar 2010 11:52
    2

    Ja, Licht ins eigene Dunkle zu bringen, geht durch Kontakt mit anderen. Wie kann ich aber dadurch gewonnene Einsichten, nötige Veränderungen in Beziehungen bringen, wo nur ich es bin, die Einbahnstraßen versucht zu öffnen, der andere aber genau auf dieser Einbahnstraße der Beziehung beharrt? Wie geht da “Lichtanzünden”?

  3. Wildgans | Sonntag, 7. Februar 2010 22:09
    3

    vielleicht so etwas wie “paradoxe interventionen”? indem man also etwas völlig unerwartetes tut?

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