Letzte Ehre, letzter Abschied
Am offenen, am geschlossenen Sarg, in der Kirche, im Bestattungshaus, in der Leichenhalle – viele letzte Abschiede, unterschiedlich gestaltet.
Der letzte in einer Leichenhalle: eigene “Abteilung” – Raum wäre zuviel gesagt – nicht zu betreten, da hinter einer Glasscheibe, mit einem elektrisch betrieben Rollo verdeckt, obwohl es nichts zu verdecken gab: geschlossener Sarg, künstliche Blumen im Topf- andere würden dort auch nicht überleben. Nur ein Namensschild gab Auskunft über den, von dem ich mich verabschieden wollte, dem ich für das danken wollte, was er getan hat, dass er war und wie er war: hilfsbereit, findig, aufgeschlossen, offen für Menschen, kontaktfreudig, konservativ und unkonventionell zugleich.
Merkwürdiger Weise musste ich an die früheren Geburtsstationen denken, in denen man die Neugeborenen auch nur hinter einer Glasscheibe sehen konnte. Nur: Der zu Verabschiedende ist sicher noch zu Hause geboren worden.
Die mitgebrachte Blume konnte ich dort nicht deponieren. Sie war irgendwie fehl am Platze.

das empfinde ich als sehr aseptisch, unwürdig, seelenlos- wie gut, dass der tote mensch davon nichts mitbekommt! ?
ich würde mich trösten mit schwingungsgedanken, dass er deine liebevollen dankeschöns auf diese weise erfährt….! ?
Unter solch sterilen Umständen ist es sicher schwierig, Abschiedsgrüsse zu formulieren…
Aber du hattest die Blume dabei, das ist ein Zeichen, so oder so…
Gruss, Brigitte