Gewitter

Wir haben zwar schon Anfang August, doch immer wieder gibt es Gewitter, die es in sich haben. Ich bin zwar um jeden Regen dankbar, aber muss es gleich immer so heftig schütten? Schöner formuliert hat es Hesse in seinem Gewittergedicht:

Gewitter im Juni

Sonne krankt, Gebirge kauert,
Schwarze Wetterwolkenwand
Mit geduckten Kräften lauert,
Niedrig flattern scheue Vögel,
Graue Schatten übers Land.

Donner, lange schon zu hören,
Poltert lauter los und klingt
Herrlich auf zu Paukenchören,
Draus trompetenhell und golden
Blitz um Blitz den Schwall durchdringt.

Regen stürzt in dichten Güssen
Gläsern, kalt und silberfahl,
Rennt in Bächen, rauscht in Flüssen
Wild wie lang verhaltenes Schluchzen
Nieder ins erschreckte Tal.

(Herman Hesse, Juni 1953)

Datum: 4. August 2010
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4 Kommentare

  1. Wildgans | Donnerstag, 5. August 2010 10:43
    1

    Der Donner klang ihm herrlich….
    Bin eine Gewitterangstfrau, die empfindet lauten Donner recht erschreckend…
    Gruß von Sonja

  2. mona lisa | Donnerstag, 5. August 2010 21:18
    2

    Eine Gewitterangstfrau bin ich nicht mehr,im Gegenteil, doch sind – vor allem plötzlich – herannahende Gewitter mit viel Gerenne verbunden, s.meinen Eintrag: Sport im Sommer http://www.monalisablog.de/item/2010/07/sport-im-sommer/

  3. seelenruhig | Freitag, 6. August 2010 7:35
    3

    Wer mal ein Gewitter in den Bergen erlebt hat, weiß, was Hesse meint… da sind Naturgewalten am Werk, die einen gaaaaanz ganz klein machen… und man ist froh, wenn man heil wieder raus kommt!

    liebe Grüße von Ellen

  4. mona lisa | Freitag, 6. August 2010 15:53
    4

    Deswegen ja auch Natur-Gewalt!

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