Liegen bleiben in milder Zeit

Wach geworden wollte ich Nachrichten hören um zu wissen, wie das Wetter heute wird. Statt dessen erzählt Renan Demirkan das Märchen vom „Hässlichen Entlein„, die Stelle, an der es sich bewusst wird, dass es ein wunderschöner Schwan ist, der nur geglaubt hat, ein hässliches Entlein zu sein, ungeliebt und verstoßen von allen in seiner Umgebung. – Welch wunderbare Ent-deckung!
Statt aufzustehen, bin ich liegen geblieben, habe in den nebligen Novembermorgen geschaut und dabei die Gedichte der  Sendung „Liegen bleiben“ des WDR 5 gehört und dazu passende Musikstücke – ein guter Tagesanfang. Das folgende Gedicht von Georg Trakl war nur eines unter vielen:

Verklärter Herbst

Gewaltig endet so das Jahr
Mit goldnem Wein und Frucht der Gärten.
Rund schweigen Wälder wunderbar
Und sind des Einsamen Gefährten.

Da sagt der Landmann: Es ist gut.
Ihr Abendglocken lang und leise
Gebt noch zum Ende frohen Mut.
Ein Vogelzug grüßt auf der Reise.

Es ist der Liebe milde Zeit.
Im Kahn den blauen Fluß hinunter
Wie schön sich Bild an Bildchen reiht –
Das geht in Ruh und Schweigen unter.

(Georg Trakl, gelesen von Manuela Alphons)

Die nächste Sendung wird am 25.12.2010 zu hören sein.

Datum: 1. November 2010
Themengebiet: Gedichte, Rezensionen, Rezensionen (diverse) Trackback: Trackback-URL
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