Véronique Olmi, Nummer sechs

Dieser Roman beginnt mit einem harmlosen Familienfoto, das der Arzt Delbast am Strand von seiner Familie machen möchte. Durch den Sucher bemerkt er, dass Fanny, die Jüngste, auch Nummer sechs genannt, nicht mit dabei ist. Das nächste Kapitel (sie sind oft nur 1-2 Seiten lang/ kurz) beginnt mit dem Satz: „ICH BIN LANGSAM INS MEER HINEINGEGANGEN“. Es endet mit: „Ich lebe.“ Ihr Vater hat sie gerettet.
Im Verlauf des Romans wird deutlich, was die Tochter alles unternimmt, um die Aufmerksamkeit des Vaters zu erreichten, den sie so sehr liebt und bewundert, vor dem sie gleichzeitig aber auch Angst hat, den sie fürchtet. Und sie scheitert regelmäßig. Denn da ist auch noch die vom Vater so geliebte Mutter, die den Kindern gegenüber so wenig fürsorglich ist, die Liebe des Vater derart für sich vereinnahmt, dass zumindest für Fanny kaum etwas übrig bleibt.
Doch nun ist der Vater hundert, doppelt so alt wie Fanny, die es übernommen hat, den Vater zu versorgen, – auch in der Hoffnung nun endlich die ersehnte Anerkennung zu bekommen.

Véronique Olmi, Nummer sechs, Roman, aus dem Französischen von Sigrid Vagt, München 2003, 99 S., ISBN 3-88897-338-4

Datum: 9. Juni 2011
Themengebiet: Allgemein, Buch-Rezensionen, Rezensionen Trackback: Trackback-URL
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