Sonntag, 31. Juli 2011 | Kategorie: Aufgelesen, Worte, Zitate |
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"Denn das glaube ich manchmal: daß die Worte durch die Luft gehen und übers Meer, daß sie zwischen den Jahrhunderten hin und her fliegen. Manchmal glaube ich, daß Worte die Flügel der Menschen sind."
(aus: Margriet de Moor, Erst grau dann weiß dann blau, München 2011, S.268)
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Freitag, 29. Juli 2011 | Kategorie: Gedichte |
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DIE ZWEI PARALLELEN
Es gingen zwei Parallelen
ins Endlose hinaus,
zwei kerzengerade Seelen
und aus solidem Haus.
Sie wollten sich nicht schneiden
bis an ihr seliges Grab:
Das war nun einmal der beiden
geheimer Stolz und Stab.
Doch als sie zehn Lichtjahre
gewandert neben sich hin,
da ward's dem einsamen Paare
nicht irdisch mehr zu Sinn.
Warn sie noch Parallelen?
Sie wußtens selber nicht, -
sie flossen nur wie zwei Seelen
zusammen durch ewiges Licht.
Das ewige Licht durchdrang sie,
da wurden sie eins in ihm;
die Ewigkeit verschlang sie
als wie zwei Seraphim.
(Chrstian Morgenstern)
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Donnerstag, 28. Juli 2011 | Kategorie: Allgemein |
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Ein Besuch bei Manufaktum ist wie ein Ausflug in die Vergangenheit. "Es gibt sie noch die guten Dinge" ist das Geschäftsmotto.
Und wirklich, da gibt es Klümpchen wie die, die ich mir von dem Sonntagsgroschen meines Opas an der Bude gekauft habe. Für einen halben Pfennig gab's schon eins. Das allerdings gehört der Vergangenheit an.
Da gibt's dann auch noch schwarze Dreh-Schalter aus Bakelit, die so verräterisch geklickt und oft die Eltern auf den Plan gerufen haben, weil man ja nicht mehr lesen, sondern schlafen sollte. Überall hört man: Guck mal, das gibt's ja sonst gar nicht mehr: Handsensen, Brotmesser mit eingraviertem Segensspruch, der ...
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Dienstag, 26. Juli 2011 | Kategorie: Merk-Würdiges |
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Bitte: Wo finde ich den "Stein der Weisen" ?
Zwischen den zahlreichen Grenzsteinen oder eher bei den Stolpersteinen, dem Stein des Sisyphus? Sind Gedenk-steine vielleicht getarnte Steine der Weisen? Muss ich in eine Steinwüste gehen? Oder habe ich ihn einfach irgendwann in mir so wie Gallen- oder Nierensteine? Würde er dann auch beschwerlich werden können?
Aber vielleicht ist ja der Stein des Anstoßes in Wirk-lichkeit der Stein der Weisen?
Kann ich ihn überhaupt unter den vielen Steinen erkennen?
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Sonntag, 24. Juli 2011 | Kategorie: Allgemein, Buch-Rezensionen, Rezensionen |
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" 'Mein Leistungsdruck. Mein Problem, Hilfe nicht annehmen zu können. Das Gefühl, mir die Liebe meiner Freunde verdienen zu müssen. Mein Bedürfnis nach Ruhe. Meine Versagensängste. Das alles war doch schon lange vor dem Unfall da. Der Tod meiner Familie hat einfach nur ein Vergrößerungsglas auf die Ängste gelegt, die ich früher auch schon hatte. Ich bin sensibler geworden und ver-letzlicher. Kann meine Probleme nicht mehr so leicht ver-drängen. ... Ich möchte sie lösen. ... '
Ein wirklich wunderbares, er-hell-endes Buch für Trauern-de und für Menschen, die mit Trauernden zu tun haben. Es könnte dazu beitragen, mehr Verständnis für einander zu entwickeln.
(aus: Barbara Pachl-Eberhart, vier minus ...
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Freitag, 22. Juli 2011 | Kategorie: Denk-Würdiges, Zitate |
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"Niemand kann sich von seiner Schwäche befreien,
indem er über seine Schwäche nachgrübelt,
sondern nur,
indem er sich seine Kraft in Erinnerung ruft.
Machen wir uns also unsere innere Kraft bewusst."
(Selvaraja Yesudian)
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Donnerstag, 21. Juli 2011 | Kategorie: Aufgelesen |
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Der Titel des neuen ZEIT-MAGAZINs lautet: "Jung sein ist die Hölle" innen geht es dann weiter: "Und der Himmel. Ein Lob der Pubertät" In dem dazugehörenden Artikel schreibt Silke Burmester über die ganze Band-breite ihrer Erfahrungen mit ihrem vierzehnjährigen Sohn.
"Die Pubertät meines Sohnes ist ein Prozess der Entfremdung. Ich muss zusehen, wie er unsere ge-meinsame Sphäre verlässt und sich an einem Ort nie-derlässt, den ich nicht kenne. Ich weiß nicht, was dort mit ihm geschieht. Ich muss es aushalten, dass ich nicht länger die Kontrolle über alles habe. Dass ich nicht weiß, ob ihm das, was er tut, guttut. Das auszuhalten ist nicht leicht. Sein Abschied ...
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Donnerstag, 21. Juli 2011 | Kategorie: Gedichte, Zitate |
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DER LETZTE SPRUCH
Wahre Worte sind nicht schön,
Schöne Worte sind nicht wahr;
Tüchtiger redekünstelt nicht,
Redekünstler ist nicht tüchtig.
Weiser ist ungelehrt,
Gelehrter ist unweise.
Berufener häuft nicht an:
Je mehr er für andere wirkt,
Desto mehr besitzt er;
Je mehr er anderen gibt,
Desto mehr bekommt er.
Des Himmels Aufführung:
Fördern, ohne zu schaden.
Des Berufenen Aufführung:
Wirken, ohne zu streiten.
(Lao-tse)
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Dienstag, 19. Juli 2011 | Kategorie: Buch-Rezensionen, Rezensionen |
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Kann man nach dem Verlust seiner ganzen Fami-lie weiterleben? Und wenn ja: wie? Die Autorin hat im März 2008 ihren Mann und ihre beide Kinder durch einen Autounfall verloren. In ihrem Buch verarbeitet sie dieses einschneidende Erlebnis auf eine wunderbare, liebevolle Art, nachdem sie die Erfahrung gemacht hat, dass sie sich nicht krampfhaft an alles erinnern, es sogar auf-schreiben muss, um nichts zu vergessen:
" Es gibt ... einen Weg, die Erinnerung lebendig zu halten. Dieser Weg heißt Leben. Die Erinnerung braucht Anknüpfungspunkte. Ich muss sie suchen und kann sie finden.
Hier. Jetzt. In der Gegenwart.
Die Bilder der Vergangenheit werden umso deutlicher und schärfer, je vitaler ich gerade bin. ...
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Sonntag, 17. Juli 2011 | Kategorie: Zitate |
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"Man kann im Leben nichts versäumen als die Liebe" (Monika Maron, Animal triste, Frankfurt o.J., S. 192).
Hat man sie nicht versäumt, dann stimmt wohl der Satz aus einer heutigen Morgenandacht:
"Nur die Liebe bleibt."
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