Pete Dexter, Paris Trout

Als Geschäftsmann verleiht Paris Trout Geld auch an Schwarze, immer aber mit dem drohenden Hinweis, er bekäme auf jeden Fall sein Geld zurück, komme was da wolle.

Henry Ray kauft bei Trout ein Auto auf Ratenzahlung und die dazugehörige Versicherung. Schon bei der ersten Fahrt fährt ihm ein Transporter ins Auto. Ray ist der Meinung, die Versicherung zahle die Reparatur und ein kaputtes Auto wolle er nicht fahren. Daher stellt er Trout das Auto vor die Tür und glaubt, die Sache sei damit erledigt.
Doch Trout, der weder Steuern zahlt: ” Ich bezahle meine Rechnungen. … Ich nehme nichts vom Staat, und genauso wenig gebe ich ihm etwas.” noch meint,  sich an Gesetz und Ordnung halten zu müssen, regelt die Angelegenheit auf seine Weise. Er taucht in Begleitung eines ehemaligen Polizisten bei Rays Familie auf, trifft Henry aber nicht an und schießt statt dessen das völlig unbeteiligte schwarze Mädchen Rosie und Miss Mary über den Haufen, eine Schwarze, die sich der Kleinen angenommen hat. Rosie stirbt.

Trout soll angeklagt werden. Doch der ist der Ansicht, sein Anwalt habe  die Angelegenheit schnellstens aus der Welt zu schaffen. Als sich herausstellt, dass das nicht so einfach ist, wie Trout sich das vorstellt, bekommen alle, die mit ihm zu tun haben, seine unglaubliche Skrupellosigkeit zu spüren, allen voran seine Frau. Und keiner traut sich, ihn aufzuhalten. Nur Miss Mary.

Ein unglaublich spannender Kriminalroman, der gleichzeitig auch Gesellschaftsroman ist, da er den rassistischen Süden der USA in den fünfziger Jahren gnadenlos entlarvt. Großartig und schauerlich!

Pete Dexter, Paris Trout, Roman, a.d. Amerik. v. Jürgen Bürger, Frankfurt/M 2010, 416 S., ISBN 978-3-596-18581-8

Datum: 12. September 2012
Themengebiet: Allgemein Trackback: Trackback-URL
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