Mondlied

1. Der Mond ist aufgegangen,
Die goldnen Sternlein prangen
Am Himmel hell und klar;
Der Wald steht schwarz und schweiget,
Und aus den Wiesen steiget
Der weiße Nebel wunderbar.

2. Wie ist die Welt so stille,
Und in der Dämmrung Hülle
So traulich und so hold!
Als eine stille Kammer,
Wo ihr des Tages Jammer
Verschlafen und vergessen sollt.

3. Seht ihr den Mond dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen,
Und ist doch rund und schön!
So sind wohl manche Sachen,
Die wir getrost belachen,
Weil unsre Augen sie nicht sehn.

(Mathias Claudius)

Datum: 28. Oktober 2012
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2 Kommentare

  1. Tine | Montag, 29. Oktober 2012 12:19
    1

    immer, immer wieder schön.

  2. mona lisa | Montag, 29. Oktober 2012 15:34
    2

    Ja Tine, habe ich gestern im Radio gehört, hat viele Erinnerungen an ferne Tage wachgerufen!

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