Maria Melcher, Draußen gibt’s nur Kännchen

Draußen gibt’s nur Kännchen sind Geschichten aus der deutschen Servicewüste, wie sie jede(r) sicher schon des öfteren gemacht hat und seine eigenen Konsequenzen daraus gezogen hat: sich (maßlos) ärgern, den Mangel ansprechen oder wegbleiben, je nachdem, wie die Reaktionen ausfallen.
Maria Melcher schreibt ihre Erlebnisse auf, wie sie passiert sind und sich vielfach mit den eigenen Erfahrungen decken. Sie nennt Ross und Reiter, also die Firmen beim Namen. Teilweise amüsant aus der Distanz des Lesers heraus, doch auf die Dauer eher langweilig, weil man kennt und weiß, was kommt. Es deckt sich für mich zu sehr mit eigenen Erlebnissen.  Manchmal kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Melcher es auch drauf anlegt. Auch das kenne ich aus eigener Erfahrung.

Wenn keine literarische Gestaltung Interesse weckt, dann wird’s langatmig und langweilig. Entweder die Situation ist so amüsant, dass die reine Wiedergabe dessen, was sich abgespielt hat, schon so komisch ist, dass es schon wieder zum Lachen ist oder es muss durch Ironie, Humor, Sartire, Sarkasmus gestaltend eingegriffen werden.
Mittlerweile denke ich, wenn das Personal nicht von selbst weiß, dass ihre Art mit Kunden umzugehen dem Erhalt ihrer Arbeitsplätze dienlich ist oder nicht, dann kann und will ich es als Kunde nicht mehr ändern. Ich bleibe einfach weg.

Maria Melcher, Draußen gibt’s nur Kännchen. Geschichten aus der deutschen Servicewüste,  Berlin 2012, 254 S. ISBN 978-3-8280-3023-7

 

Datum: 15. November 2012
Themengebiet: Buch-Rezensionen, Rezensionen Trackback: Trackback-URL
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