Michael Conelly, Der Poet

Poetisch geht es in diesem Krimi auf keinen Fall zu: “Tod ist mein Ressort. Ich lebe von ihm. Ich schmiede meinen beruflichen Ruhm mit seiner Hilfe.”

So beginnt der Krimi, geschrieben von Michael Warren, einem Journalisten, der sich auf Mordfälle spezialisiert hat. “Ich war immer der Ansicht, das Geheimnis des Umgangs mit dem Tod bestünde darin, genügend Abstand zu halten. Die Regel lautet: Man darf nicht zulassen, dass er einem ins Gesicht atmet.”

Aber genau das passiert, als der Cop Sean Warren, Zwillingsbruder dieses Journalisten, ums Leben kommt: Selbstmord, so die ermittelnden Beamten. Der “Abschiedsbrief” lautet: “Jenseits von Raum. Jenseits von Zeit.” Zeilen aus einem Gedicht von Edgar Ellen Poe, wie Mi-chael später herausfindet. Das Motiv sehen die Beamten in dem Mordfall, den ihr Kollege bearbeitet hat, dem Mord an Theresa Lofton, der in seiner Brutalität an die Schwarze Dahlie erinnert und ihn seelisch offensichtlich überfordert hat. Der Fall ist für sie erledigt, noch bevor er überhaupt einer geworden ist.

Sein Bruder glaubt nicht an Selbstmord und beginnt auf eigene Faust zu recherchieren und erreicht, dass Ermittlungen aufgenommen werden. Denn recht schnell ist klar, dass sein Bruder ermordet worden ist. Und nicht nur er. Michael Warren bewirkt, dass zahlreiche Polizistenselbstmorde überprüft werden, die große Ähnlichkeiten aufweisen. Stets hat ein Polizist an einem Mordfall gearbeitet, den er offensichtlich trotz größter Bemühungen nicht aufklären konnte. Das FBI schaltet sich ein und Warren darf bei den Ermittlungen dabei sein.

Ein bis zum Schluss spannender Krimi.

Michael Conelly, Der Poet, a.d. Amerik. v. Christel Wiemken, München 2006, 543 S., ISBN978-3-570-06834-2

Datum: 21. Januar 2013
Themengebiet: Buch-Rezensionen, Rezensionen Trackback: Trackback-URL
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