Urs Widmer, Das Paradies des Vergessens

“Immer schon habe ich jene lockeren Dichter bewundert, die mit den Manuskripten ihrer Meisterwerke, von denen sie keine Kopie besaßen, unbekümmert U-Bahn fuhren oder Sauftouren durch Vorstadtkneipen veranstalteten.” So beginnt die Erzählung “Das Paradies des Vergessens”. Für mich ist dieser erste Satz Appetitanreger.

Doch was ihm folgt, ist eher eine Aneinanderreihung abstruser Ereignisse als wirklich eine Erzählung: Sportliche Verleger tummeln sich auf Fahrrädern, Autoren keuchen hinterher, erinnern sich nur noch vage an den Inhalt ihres Romans, dessen Manuskript der Verleger verschusselt hat, der aber sowieso nur noch einen Roman herausgeben will. Eine Form von Komik und Humor, die mir nicht gefällt.

Urs Widmer, Das Paradies des Vergessens, Erzählung, Zürich 1990, 106 S., ISBN 3-257-01849-5

Datum: 12. Februar 2013
Themengebiet: Buch-Rezensionen, Rezensionen Trackback: Trackback-URL
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