Das arme Vöglein

Ein Vogel ruft im Walde,
Ich weiß es wohl, wonach?
Er will ein Häuschen haben,
Ein grünes, laubig Dach.

Er rufet alle Tage,
Und flattert hin und her,
Und in dem ganzen Walde
Hört keiner sein Begehr.

Und endlich hört’s der Frühling,
Der Freund der ganzen Welt,
Der gibt dem armen Vöglein
Ein schattig Laubgezelt.

Wer singt im hohen Baume
So froh vom grünen Ast?
Das tut das arme Vöglein
Aus seinem Laubpalast.

Er singet Dank dem Frühling
Für das was er beschied,
Und singt, so lang er weilet,
Ihm jeden Tag ein Lied.

(August Heinrich Hoffmann von Fallersleben)

Datum: 15. März 2013
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5 Kommentare

  1. Sonja | Freitag, 15. März 2013 9:45
    1

    Nicht auszudenken, wenn ich meinen Laubpalast wieder erwandeln kann….

  2. mona lisa | Freitag, 15. März 2013 17:21
    2

    schlimme Vorstellung Sonja?

  3. Sonja | Freitag, 15. März 2013 18:52
    3

    Nein, wunderbar. Vorfreude groß- ich liebe die Wälder- und das Wort „Laubpalast“ ist schön!

  4. Quer | Samstag, 16. März 2013 8:33
    4

    Da ist ja alles noch im Lot bei Herrn Fallersleben: die Natur, die Dankbarkeit, die Frühlingsgnade…

    Aber auch ich könnte singen an diesem frühlingsschönen Morgen.

    Liebe Grüsse,
    Brigitte

  5. mona lisa | Samstag, 16. März 2013 8:57
    5

    Dann ist bei dir ja auch alles im Lot ;) Möge es so bleiben. Dir einen guten Tag!

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