Elisabeth Lukas, Familienglück

In diesem Buch geht es ums „Verstehen-Annehmen-Lieben“, so der Untertitel, speziell in der Familie, die für Lukas „Geborgenheit in der Liebe“ ermöglichen sollte, damit der Mensch „sein Leben als sinnvoll annehmen“ kann.
Denn nur „aus echten Motiven heraus, sinnvoll zu leben und sinnvoll zu handeln“ ist es möglich, „sich vom Glück überraschen zu lassen.“ Ihre (Therapie-) Erfahrung mit PatientInnen haben sie gelehrt, dass Glück nie Ziel von etwas sein kann, was man für sich erarbeiten will, sondern nur als Lohn zu verstehen ist. Schwierig ist dies besonders dann, wenn die Familie diese Geborgenheit und die Möglichkeit der Sinnfindung nicht vermitteln konnte.

Mit Josef Seifert geht sie davon aus, dass es sechs Grundhaltungen der Person als unverzichtbare Bedingung für Sinnfindung und Sinnverwirklichung gibt:
Ehrfurcht vor allem,
Dankbarkeit für das, was ist
Geduld und Demut als angemessene Haltung
Verzeihen und Reue
Liebe und Hoffnung als Quelle tiefster Sinnfindung.

Doch Lukas sieht jeden in einer lebenslangen Verantwortlichkeit für die eigenen Entscheidungen, Haltungen und geht davon aus, dass die Aufgabe des Verzichts auf Dauerklagen eine, wenn nicht die Grundvoraussetzung dafür ist, bei sich selbst anzufangen und nicht „die anderen“ dafür verantwortlich zu machen, dass man sich fühlt, wie man sich fühlt. Sie verhehlt auch nicht, dass dies nicht einfach ist, sondern Arbeit an sich selbst bedeutet und zwar „ein Leben lang, und stets wird es Rückfälle geben“.

Lukas vermittelt ihre Vorstellungen, z. B. dass man sich der Liebe würdig verhalten müsse, um geliebt zu werden, in gut nachvollziehbarer Sprache, mit Beispielen aus ihrer Praxis, scheut auch nicht, anhand von Witzen deutlich zu machen, worum es ihr geht. Literarische Zitate würzen das Ganze.
Immer wieder wird einem ein Spiegel vorgehalten, wo man für sich klären kann: Wie halte ich es denn mit meiner Erfurcht, meinem Respekt anderen gegenüber, wie liebenswürdig trete ich auf?
Wer also daran arbeiten will, sich selbst und andere zu verstehen, anzunehmen und zu lieben, der erhält hier zahlreiche Anregungen für sein Tun. Denn: nur lesen, reicht nicht!!!

Elisabeth Lukas, Familienglück, Verstehen-Annehmen-Lieben, Kevelaer 2012, 191 S. , ISBN 978-3-8367-0812-8

Datum: 21. Juli 2013
Themengebiet: Allgemein Trackback: Trackback-URL
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