Herbststimmung

Die Luft ist lau, wie in dem Sterbezimmer,
an dessen Türe schon der Tod steht still;
auf nassen Dächern liegt ein blasser Schimmer,
wie der der Kerze, die verlöschen will.

Das Regenwasser röchelt in den Rinnen,
der matte Wind hält Blätterleichenschau; –
und wie ein Schwarm gescheuchter Bekassinen
ziehn bang die kleinen Wolken durch das Grau.

(Rainer Maria Rilke)

Datum: 21. November 2013
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8 Kommentare

  1. Quer | Donnerstag, 21. November 2013 7:47
    1

    Da hatte er wohl auch den Herbstblues, der Herr Rilke…

    Liebe, etwas optimistischere Grüsse,
    Brigitte

  2. mona lisa | Donnerstag, 21. November 2013 8:28
    2

    Quer, sieht so aus.
    Sicher hat man es damals anders genannt.
    Melancholie vielleicht?

  3. rosadora | Donnerstag, 21. November 2013 9:30
    3

    ein bisschen ist er ja immer vom sterben und am tod
    inspiriert
    aber anders geht das wohl nicht als tiefsinniger mensch der er war
    rosadora

  4. mona lisa | Donnerstag, 21. November 2013 13:48
    4

    Ja, solche Menschen werden oft als trüb-sinnig abgetan, statt sie als tief-sinnig zu bezeichnen.
    Dir einen Tag mit kleinen grauen Wolken!

  5. Sonja | Freitag, 22. November 2013 8:00
    5

    Hier rasen unterm Grau auch die kleinen Nochdunklerwolken vorbei, dazwischen taumeln Krähen, Vollbild wie von Rilke beschrieben, nur mein Gemüt, das helle ich mir gleich auf…

  6. mona lisa | Freitag, 22. November 2013 8:07
    6

    Und womit Sonja? Kleiner Tipp?!

  7. Sonja | Freitag, 22. November 2013 13:37
    7

    Mit schönem Frühstück. Selbst angerührter Apfelsinenquark. Lieblingssendung im Radio, HR 2. Treppen hoch und runter wandeln, trampeln, gehen. Lesen der Regionalzeitung und der Süddeutschen….all sowas!

  8. mona lisa | Samstag, 23. November 2013 12:37
    8

    Hört sich gut u. gemütlich an!

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