Königslied

Darfst das Leben mit Würde ertragen,
nur die Kleinlichen macht es klein;
Bettler können dir Bruder sagen,
und du kannst doch ein König sein

Ob dir der Stirne göttliches Schweigen
auch kein rotgoldener Reif unterbrach,-
Kinder werden sich vor dir neigen,
seelige Schwärmer staunen dir nach.

Tage weben aus leuchtender Sonne
dir deinen Purpur und Hermelin,
und, in den Händen Wehmut und Wonne,
liegen die Nächte vor dir auf den Knien…

(Rainer Maria Rilke)

Datum: 19. Dezember 2013
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2 Kommentare

  1. Quer | Freitag, 20. Dezember 2013 7:30
    1

    Er konnte so schön schwärmerisch-romantisch sein, der Herr Rilke.
    Ob er da die Realität nicht etwas verklärt?

    Liebe, noch nüchterne Morgengrüsse,
    Brigitte

  2. mona lisa | Freitag, 20. Dezember 2013 7:37
    2

    Nicht mehr „nüchtern“ sieht die Welt vielleicht etwas romantischer aus. Ja, du hast sicher Recht.
    Dennoch finde ich es bejahenswert, das Leben mit Würde zu tragen …
    Alles Liebe in deinen Morgen.

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