Die Nachtblume

Nacht ist wie ein stilles Meer,
Lust und Leid und Liebesklagen
Kommen so verworren her
In dem linden Wellenschlagen.

Wünsche wie die Wolken sind,
Schiffen durch die stillen Räume,
Wer erkennt im lauen Wind,
Ob’s Gedanken oder Träume? –

Schließ‘ ich nun auch Herz und Mund,
Die so gern den Sternen klagen:
Leise doch im Herzensgrund
Bleibt das linde Wellenschlagen.

(Joseph von Eichendorff)

Datum: 15. Januar 2014
Themengebiet: Gedichte Trackback: Trackback-URL
Feed zum Beitrag: RSS 2.0

3 Kommentare

  1. Quer | Donnerstag, 16. Januar 2014 9:21
    1

    Eine wunderschöne, beruhigende Wortmelodie!
    Lass die tragen davon, Mona Lisa, – auch bei Tag!

    Lieben Gruss,
    Brigitte

  2. Sonja | Donnerstag, 16. Januar 2014 13:54
    2

    …den Sternen klagen und Wolkenschiffe besteigen…paradiesisch…

  3. mona lisa | Donnerstag, 16. Januar 2014 13:59
    3

    Ja, tolle Nachtbeschäftigung ;)

Kommentar abgeben