Stephan Peeck, Was uns gesund macht

Ausgehend von der Darstellung gängiger Therapieansätze und deren Menschenbild weist Peeck im ersten Teil seines Buches darauf hin, dass ihnen allen der Aspekt fehlt, den Menschen auch als geistiges Wesen zu sehen. Er macht aus der Praxis seiner logotherapeutischen Tätigkeit auf die Folgen geistiger Verwahrlosung aufmerksam, die es gilt zu überwinden, um dem einzelnen Menschen in seiner Ganzheit heilen zu können.

Im zweiten Teil zeigt der Autor „Zugänge zur geistig-spirituellen Dimension“ auf, die er im „echten Gewissen“, in der Liebe, im Vergeben und Verzeihen, in der Reue und im Bereuen sowie im Finden von Hoffnung und Vertrauen sieht.
An Fallbeispielen aus seiner Praxis macht er deutlich, wie Klienten Zugang zu diesen Dimensionen finden, die sicherlich nachvollziehbar sind, nachzuahmen ohne Anleitung kaum, worauf der Autor auch hinweist.

Dennoch enthält dieses Buch Denkansätze, die es einem ermöglichen herauszufinden, wie man es denn selbst mit den genannten Aspekten in seinem Leben hält.
Für mich interessant war die Unterscheidung zwischen Schuld und Schuldgefühlen, und der Hinweis auf mögliche Folgen, wenn jemand diese beiden nicht klar voneinander trennt:

„Durch Schuld verletztes Leben heilt unter anderem durch die Reue dessen, der es beschädigt hat. Inhalt von Schuldgefühlen hingegen ist nur vermeintliche, in Wirklichkeit gar nicht vorhandene Schuld. Seine Wurzeln liegen zum Beispiel in problematischen Aspekten unserer Erziehung und späteren Sozialisation. … Schlimmstenfalls kann es psychische Störungen verursachen wie etw Depressionen und Zwänge. Die angemessene Antwort auf das Schuldgefühl sind Erhellung, Bearbeitung und Überwindung seiner Gründe, also Befreiung von ihm.“

Anregungen, wie man Licht in sein eigenes Dunkel bringen kann, das kann man in Peecks Ausführungen finden.

Stephan Peeck, Was uns gesund macht. Die heilende Kraft von Liebe und Vertrauen, 172 S., ISBN 978-3-8319-0330-6

Datum: 4. Januar 2014
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