Barbara Fredrickson, Die Macht der guten Gefühle

Fredrickson will mit diesem Buch dem Leser “wissenschaftliche Einsichten über eine positive Lebenseinstellung” vermitteln, mit dem er wie mit einem “Nachtsichtgerät das Restlicht der Sterne verstärkt” und es ihm möglich ist, auch in der Dunkelheit zu sehen” und so den “Lebensweg” zu erhellen.

Dazu muss jemand, in der Lage sein, langfristig seine guten und negativen Gefühlen in ein Verhältnis von 3:1 zu bekommen, da die negativen Erlebnisse langfristiger und besser erinnert werden als die guten Gefühle. Im ersten Teil des Buches legt sie – gut und nachvollziehbar – die Ergebnisse ihrer Forschungen dar, um dann in einem zweiten Teil dem Leser konkrete Möglichkeiten aufzuzeigen, wie er seinen positiven Quotienten steigern kann.

Ausgehend von einer Bestandsaufnahme, wie es um die eigene Lebenseinstellung bestellt ist, hat man auf der einen Seite die Möglichkeit, seine negativen Gefühle zu reduzieren, kann und sollte auf der anderen Seite aber auch dafür sorgen, dass die positiven Gefühle gesteigert werden. Dazu stellt sie dem Leser einen “Werkzeugkasten” zusammen, mit dessen Inhalt er daran arbeiten kann, seine positive Lebenseinstellung auszubauen und zu festigen, um für Krisenzeiten gewappnet zu sein. Denn dass diese nicht zu vermeiden sind, darauf macht sie ehrlicherweise aufmerksam.

In dem Kasten finden sich u.a. folgende Werkzeuge:

– Gegen negative Gedanken argumentieren,
– Kraft tanken in der Natur
– (Achtsamkeit-)Meditation
– Ritualisierung von Dankbarkeit etc.

Ihr Buch ist aber kein Ratgeber im Sinne des simplen “think positiv”. Warum das nicht funktionieren kann, darauf geht sie explizit ein. Allerdings wird dem Leser deutlich gemacht, dass er etwas tun kann und auch tun muss, wenn er über eine positivere Lebenseinstellung verfügen will.

Barbara Fredrickson, Die Macht der guten Gefühle. Wie eine positive Haltung ihr Leben dauerhaft verändert. Mit einem Vorwort v. Ursula Nuber. A.d.Engl. v. Nicole Hölsken, Frankfurt/M 2011, 297 S., einschließlich einem Literaturverzeichnis, ISBN 978-3-593-39081-9

Datum: 6. April 2014
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2 Kommentare

  1. KARL | Montag, 7. April 2014 22:03
    1

    Volltreffer! Ich bin ein großer Fan von diesem “Lernstoff”. Es ist einfach großartig zu erkennen, dass ich der Bestimmer meiner Gefühle sein kann. Einzige konstruktive Anmerkung: ich hätte den Titel gerne übersetzt mit: “Die Kraft der guten Gefühle.”

  2. mona lisa | Dienstag, 8. April 2014 7:28
    2

    Ist “Macht” für dich negativ besetzt?
    Positive Gefühle sind zumindest wirk-mächtig!

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