Susanne Fröhlich, Constanze Kleis, Diese schrecklich schönen Jahre

Wer der Einladung: “Willkommen im Club!” folgt, wird auf humorvolle Art und Weise über mögliche Veränderungen im “Mittel-Alter” aufgeklärt bzw. mit Fragen konfrontiert, die sich in diesem Lebensabschnitt zuhauf stellen, deren wesentliche lautet:

“Was will ich eigentlich noch vom Leben?”

Das Buch versteht sich als “Wechseljahre-Starterkit” und basiert auf eigenen Erfahrungen, denen von Freundinnen, sowie einigen Expertenmeinungen und Forschungsergebnissen. Einige Post-its am Ende der Kapitel geben dann Hinweise, Ratschläge. Etwa den:

Mit der Reife werden Ärzte jünger
Sich unbedingt beizeiten sehr gute
Ärzte suchen, die deutlich jünger sind.
Noch bevor der ausgezeichnete und
nette Gynäkologe, die fantastische
Orthopädin, der 1-a Zahnarzt und der
hinreißende Dermatologe in Rente ge-
hen, weil sie nämlich Ihr Jahrgang sind.

Thematisch geht es um den Körper in allen Schattierungen: Stoffwechsel, Faltenbildung, Haarwuchs im Intimbereich, um Scheidungen, Freundschaften, um sexuelle Erfahrungen nach längerer “Männerpause”, wenn frau denn dann endlich einen kennengelernt hat, den Umgang mit den fast erwachsenen Kindern …

Das Fazit lautet:
“Wir spüren, wohin die Reise geht und dass wir längst mit beiden Beinen im Vorgarten der Sterblichkeit stehen. Trotzdem kann man dort immer noch prima nackt in der Sonne liegen, die tollsten Feste feiern, herumknutschen, als gäb’s kein Morgen mehr, sich gegenseitig die aktuellen Narben zeigen, die das Leben so schlägt.”

Wer es humorvoll mag, der liest hier richtig, aber auch diejenigen, die eher zum Jammern und Alles-Schwer-Nehmen neigen. Sie machen Bekanntschaft mit einer anderen Sichtweise, von der sie sich vielleicht eine “Scheibe abschneiden können”.

Das Buch endet mit einem Happy End Post-its:
Alles wir gut, wenn wir
endlich nicht mehr alles
richtig machen wollen.

Susanne Fröhlich, Constanze Kleis, Diese schrecklich schönen Jahre, Gräfe und Unzer Verlag München 2014, 205 S., ISBN 978-3-8338-3415-8

Datum: 5. Juli 2014
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2 Kommentare

  1. Sonja | Samstag, 5. Juli 2014 12:02
    1

    …im Vorgarten der Sterblichkeit…
    Gut beschrieben- das ganze Buch scheint mir von einer flappsigen, coolen Haltung zu sprechen, was ja durchaus mal gesund ist nach zu viel Silvia Bovenschen oder so…

  2. mona lisa | Samstag, 5. Juli 2014 13:59
    2

    Ja, das stimmt, aber eben auch “nur” flappsig, daher vielleicht eine sinnvolle Ergänzung! Aber ich habe den Eindruck, dass ich für dieses Buch schon zu alt bin bzw. einer anderen Frauengeneration angehöre ;)
    LbG

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