Sommerfrische

Zupf dir ein Wölkchen aus dem Wolkenweiß,
Das durch den sonnigen Himmel schreitet.
Und schmücke den Hut, der dich begleitet,
Mit einem grünen Reis.

Verstecke dich faul in der Fülle der Gräser.
Weil’s wohltut, weil’s frommt.
Und bist du ein Mundharmonikabläser
Und hast eine bei dir, dann spiel, was dir kommt.

Und lass deine Melodien lenken
Von dem freigegebenen Wolkengezupf.
Vergiss dich. Es soll dein Denken
Nicht weiter reichen als ein Grashüpferhupf.

(Joachim Ringelnatz)

Datum: 4. August 2014
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6 Kommentare

  1. Quer | Dienstag, 5. August 2014 6:03
    1

    Oh, ich liebe dieses Ringelnatz-Wölkchengezupf über die Massen!

    Danke fürs Erinnern!
    Herzlich,
    Brigitte

  2. mona lisa | Dienstag, 5. August 2014 18:28
    2

    Manchmal irritiert es mich doch noch:
    das Fehlen des „ß“ im Schweizerischen
    über die Massen
    statt
    über die Maßen!
    Dir einen maßvollen Tag mit massenhaftem Wolkenweiß;)

  3. Quer | Mittwoch, 6. August 2014 6:07
    3

    Tja, ein paar kleine, massvolle Unterschiede dürfen doch ruhig sein! :-)

  4. mona lisa | Mittwoch, 6. August 2014 6:53
    4

    Aber ja! Und gern, das beugt einem „Einheitsbrei“ vor!

  5. rosadora | Donnerstag, 7. August 2014 7:04
    5

    dieses hineinwischen in die fülle der gräser
    es muss mal eine zeit ohne zecken gegeben haben…
    und als mundharmonikabläserin
    spiel ich dir nun ein lied auf
    hörst dus

    rosadora

  6. mona lisa | Donnerstag, 7. August 2014 8:33
    6

    Dein Lied kommt gerade zur rechten Zeit ;)
    Ich liege ehrlich gesagt auch lieber auf meiner Gartenliege als im Gras, es kreucht und fleucht mir dort zu arg. In diesem Jahr sind’s vor allem Ameisen

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