Wacht auf!

Wacht auf, denn eure Träume sind schlecht!
Bleibt wach, weil das Entsetzliche näher kommt.

Auch zu dir kommt es, der weit entfernt wohnt von den Stätten, wo Blut vergossen wird,
auch zu dir und deinem Nachmittagsschlaf,
worin du ungern gestört wirst.
Wenn es heute nicht kommt, kommt es morgen,
aber sei gewiss.

(die ersten beiden Strophen von: Günter Eich, Träume, zitiert nach, Lyrik der Nachkriegszeit 1945-1960, Leipzig 2005, S. 67)

Datum: 5. September 2014
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Ein Kommentar

  1. Quer | Freitag, 5. September 2014 18:11
    1

    …und das ist dann die Rückseite der Medaille, leider! Ja, Herr Eich, wachsam sein soll man auch in unbeschwerten, satten und bequemen Zeiten…

    Mit liebem Gruss,
    Brigitte

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