lebenserhaltend: die Mitte wahren

Bei dem chinesischen Philosophen Zhuangzi kann man folgende Geschichte lesen:

„Im Staate Lu war einmal ein Mann, der lebte in Felsklüften und trank Wasser und hielt sich fern von allem Streben nach weltlichem Gewinn. So war er siebzig Jahre alt geworden, und sein Antlitz war noch frisch wie das eines Kindes.
Unglücklicherweise begegnete er einmal einem hungrigen Tiger. Der hungrige Tiger fraß ihn auf.

Da war auch ein anderer Mann, der lebte mit Arm und Reich in regem Verkehr. Als er aber vierzig Jahre alt geworden war, da bekam er ein innerliches Fieber, an dem er starb.

Der eine dieser beiden pflegte sein Inneres, aber der Tiger fraß sein Äußeres; der andere pflegte sein Äußeres, aber die Krankheit griff sein Inneres an. … Kung Dsi (Konfuzius) hat einmal gesagt: Sich nicht zurückziehen und verbergen, nicht hervortreten und sich zeigen, frei von allen Nebengedanken die Mitte wahren; wer das erlangt hat, der ist sicher höchsten Ruhmes würdig.“

(Gelesen bei: www.massundmitte.de/newsletter vom 21.09.2014)

Datum: 7. Oktober 2014
Themengebiet: Aufgelesen, Denk-Würdiges, Merk-Würdiges Trackback: Trackback-URL
Feed zum Beitrag: RSS 2.0

Kommentar abgeben