Die verlorene Axt

„Es war einmal ein Mann, der hatte seine Axt verloren. Er hatte seines Nachbars Sohn im Verdacht und beobachtete ihn. Die Art, wie er ging, war ganz die eines Axtdiebes; sein Gesichtsausdruck war ganz der eines Axtdiebes; die Art, wie er redete, war ganz die eines Axtdiebes; aus allen seinen Bewegungen und aus seinem ganzen Wesen sprach deutlich der Axtdieb.

Zufällig grub jener einen Graben um und fand seine Axt. Am anderen Tag sah er seinen Nachbarssohn wieder. Alle seine Bewegungen und sein ganzes Wesen hatten nichts mehr von einem Axtdieb an sich.“

(Liezi, 5. Jahrh. v. Chr., gefunden bei Mass und Mitte)

Datum: 3. Februar 2015
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2 Kommentare

  1. Quer | Dienstag, 3. Februar 2015 14:36
    1

    Wie voreingenommen wir doch manchmal sind: schlimm!

    Eine wunderbar entlarvende Geschichte, die noch immer genauso aktuell ist wie damals.

    Herzlichen Gruss,
    Brigitte

  2. mona lisa | Dienstag, 3. Februar 2015 22:48
    2

    Ja, Beobachtungen sind oft nicht einfach Beobachtungen, sondern Interpretationen, Bewertungen. Ohne Überprüfung kann das ganz schön daneben gehen.
    LbG

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