Erinnerung

Und du wartest, erwartest das Eine,
das dein Leben unendlich vermehrt;
das Mächtige, Ungemeine,
das Erwachen der Steine,
Tiefen, dir zugekehrt.
Es dämmern im Bücherständer
die Bände in Gold und Braun;
und du denkst an durchfahrene Länder,
an Bilder, an die Gewänder
wiederverlorener Fraun.

Und da weißt du auf einmal: das war es.
Du erhebst dich, und vor dir steht
eines vergangenen Jahres
Angst und Gestalt und Gebet.

(Rainer Maria Rilke)

Datum: 26. März 2015
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2 Kommentare

  1. Quer | Freitag, 27. März 2015 6:55
    1

    Ach ja, das Leben kann hart und unbeugsam sein. Und manchmal verlässt einen schier der Mut.

    Lieben Gruss in einen guten, gehaltvollen Tag,
    Brigitte

  2. mona lisa | Freitag, 27. März 2015 7:07
    2

    Dann ist es sinnvoll, sich aufzumachen. um ihn wiederzufinden.
    Gut, wenn liebevolle Menschen einen davei unterstützen.
    Dir einen luftig, leichten Tag!

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