Es krokusst

Es krokusst und es primelt
im Garten und im Bach.
Ein Spatzenpaar verkrümelt
sich selig unters Dach.

Nun wird sich alles wenden:
das Wetter und das Kleid.
Es duftet aller Enden
nach Frühlingsreinlichkeit.

Nun reimt sich westlich-östlich
so mancherlei auf „Lieb“,
sogar – und das ist tröstlich –
das kleine Wort: Vergib!

Nun küsst der Wal die Walin,
die Nerzin küsst den Nerz,
ein Herr küsst die Gemahlin,
Krokusse küsst der März.

(James Krüss)

Datum: 29. März 2015
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2 Kommentare

  1. Quer | Sonntag, 29. März 2015 13:12
    1

    Ja, das Gedicht mag ich auch sehr.
    Herrlich, wie bei Herrn Krüss der Frühling zu Spässen aufgelegt ist.
    Fast möchte man auch selber primeln, kroküssen, forsythien und herumtulpen… ;-)

    Liebe Grüsse in den Regensonntag,
    Brigitte

  2. mona lisa | Sonntag, 29. März 2015 17:50
    2

    Könnt man ja mal versuchen, camelien wäre dann etwas feiner ;)
    Liebe Grüße, ebenfalls versetzt mit Sturm und Regen.

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