Die fünf Betrachtungen

Einatmend weiß ich, dass ich einatme.
Ausatmend weiß ich, dass ich ausatme.

Einatmend weiß ich, dass ich alt werde.
Ausatmend weiß ich, dass ich dem Alter nicht entkomme.

Einatmend weiß ich, dass ich krank werde.
Ausatmend weiß ich, dass ich Krankheiten nicht entkomme.

Einatmend weiß ich, dass ich sterben muss.
Ausatmend weiß ich, dass ich dem Tod nicht entkomme.

Einatmend weiß ich, dass ich eines Tages alles aufgeben muss, was mir lieb und teuer ist.
Ausatmend weiß ich, dass ich der Aufgabe aller Dinge,die mir lieb und teuer sind, nicht entkomme.

Einatmend weiß ich, dass meine Handlungen mein einziges Eigentum sind.
Ausatmend weiß ich, dass ich den Folgen meiner Handlungen nicht entkomme.

Einatmend bin ich entschlossen, meine Tage in tiefer Achtsamkeit zu leben.
Ausatmend sehe ich die Freude und den Frieden eines achtsamen Lebens.

(Thich Nhat Hanh, gefunden in: Pfeiffer-Schaupp, Achtsamkeit in der Kunst des Nicht Helfens, S. 88)

Datum: 30. Oktober 2015
Themengebiet: Denk-Würdiges, Merk-Würdiges, Worte, Zitate Trackback: Trackback-URL
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2 Kommentare

  1. Quer | Freitag, 30. Oktober 2015 7:30
    1

    Schön und wahr scheint mir das.
    Einzig der Titel des Buches irritiert mich etwas, dieses „Nicht Helfen“…

    Lieben Gruss in einen beachtenswerten Tag,
    Brigitte

  2. mona lisa | Samstag, 31. Oktober 2015 8:08
    2

    Der Autor des Buches geht davon aus, dass Helfen manchmal auch darin bestehen kann, nicht zu helfen.
    Mit lebem Gruß in einen sonnigen Oktobersamstag!

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